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  • 3. Oktober 2017

Momijigari – der japanische Herbst

Momijigari – der japanische Herbst

Momijigari – der japanische Herbst 1024 768 SUSHIYA sansaro

Jetzt ist sie wieder da, die Zeit des Momijigari – wo die Japaner der wirklich unvergleichlich schönen Herbstfärbung des japanischen Ahorn nachjagen (紅葉 momiji = rotes Herbstlaub, 狩り kari = jagen).

Da wir inzwischen auf unserer sansaro-Sommerterrasse auch eine wunderschöne Ansammlung besonderer japanischen Ahornbäume haben hier ein kleiner Blick über den großen Teich nach Japan.

Über die Jahreszeiten in Japan

Neben den weltweit bekannten Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter, gibt es in Japan noch zusätzliche „Jahreszeiten“ wie Hanami (Kirschblütenzeit) und eben Momijigari, wenn sich langsam das Laub in den schönsten Rottönen färbt und Ginkgo-Bäume (公孫樹) in leuchtendem Gelb erstrahlen.

Ursprünglich aus dem Norden kommend (Hokkaido) genießt seit der Heian-Zeit das gesamte Land diese besondere Zeit. Wie bedeutsam diese besonderen Zeiten sind, kann man auch daran erkennen, dass es Kigo (季語, „Jahreszeitenwörter“) im Japanischen gibt, Wörter oder Sätze, die in Japan mit ganz bestimmten Jahreszeiten verbunden werden.

Manchmal ist es ganz offensichtlich, oft aber auch sehr subtil. Dass Momiji für den Herbst steht ist offensichtlich, aber warum gehört auch der Mond (月) zu den „Herbstwörtern“? Nun werden die Nächte wieder länger, häufig sind sie wolkenlos und so kann man in dieser Zeit besonders gut den Mond betrachten. So zeigt sich trotz hypermodernen, zubetonierten Großstädten und allgegenwärtiger HighTech in Japan in der japanischen Sprache doch so etwas wie eine tiefe Naturverbundenheit der Japaner – und eine romantische Sentimentalität.

Könnten Sie sich vorstellen, dass bei uns in Deutschland der tägliche Wetterbericht erweitert wird um die Information, in welchen Landesteilen gerade die Bäume blühen oder die Herbstfärbung beginnt?

In Japan ist das so und wird mit großem Interesse verfolgt.

Und natürlich sind da noch die kulinarischen Höhepunkte dieser Saison. Nur jetzt gibt es Dobin Mushi (土瓶蒸し), bei dem eine besonders feine Dashi mit einem der raren Matsutake (松茸,  Eichenpilz) in einem kleinen Gefäß, das einer winzigen Teekanne ähnelt, serviert wird.

Nur jetzt findet man erntefrische Yuzu ( 柚子), diese ganz besondere Zitrusfrucht Japans und Ginnan (銀杏, Ginkgo-Nuss, eigentlich der Samen des Ginkgobaums). Außerdem findet man nur jetzt überall kleine Stände mit duftenden, frisch gerösteten Kastanien. Japan ist einfach ein gastronomisches Paradies, was sich viele unserer Kunden in München oft nicht vorstellen können – wir hoffen, irgendwann mal mehr Vielfalt anbieten zu können, was aber schwierig ist, solange die meisten deutschen Gäste immer nur das essen wollen, was sie schon kennen… 😉

In dieser Zeit wandern Japaner zu Tausenden in die Parks oder fahren aufs Land, um dort den prachtvollen Anblick der Natur zu genießen.

Die herbstliche Tempelanlagen sind die Attraktion für viele Japaner

Wie hier in Narita-San, einem Tempel vor Tokyo in der Nähe des Flughafens Narita. Für westliche Beobachter ist es immer wieder überraschend, wie sich hunderte und tausender von jungen Leuten als Freizeitvergnügen Tempelanlagen ansehen …

Oder in Kyoto – wo sich junge Pärchen oder Freundes-Cliquen abends aufmachen, um die im Herbst hell erleuchteten, prachtvollen Ahornbäume der bekannten Kiyozumidera-Tempelanlage zu bewundern. Die Stimmung auf den Strassen ist friedlich und entspannt, bis in die Abendstunden haben allerlei Delikatesse- und Andenken-Läden geöffnet, die die Strasse bis zum Tempel säumen.

In den letzten Jahren haben wir viel Liebe und Leidenschaft darin investiert, die Terrasse des sansaro in der Mitte der Amalienpassage mit schönen, unterschiedlichen und exotischen japanischen Ahornen auszustatten. Im Adalberthof, so heisst der mittlere Hof der Amalienpassage in der Maxvorstadt, in dem sich das Restaurant sansaro befinden, finden Sie die unterschiedlichsten Ahorn-Sorten: Standards wie Bloodgood, Red Flash oder Fireglow, einen wunderschönen Ozakazuki, dessen Färbung besonders im Frühjahr und im Herbst beeindruckend ist und der sonst unscheinbar grün scheint, seltene Sorten wie StarFish, Katsura, Bi-Ho und Kotohime – es ist eine umfassende, farbenfrohe Sammlung der edlen Gewächse zusammengekommen. Leider können wir von SUSHIYA das Wetter nicht beeinflussen. Aber selbst wenn das Wetter bei uns in Deutschland im Herbst zu frisch scheint, um draussen zu sitzen: kommen Sie mal in der Amalienpassage vorbei und genießen den Anblick und das Farbenspiel, was sich jetzt abspielt. Und natürlich gibt es nichts Besseres, als bei uns im Restaurant auf den japanischen Tatami zu sitzen, und durch die großen Fenster das Farbenspiel und die Vergänglichkeit allein Seins zu beobachten. Typisch japanisch: sentimental das Leben und seine Schönheit bestaunen 😉

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