Die Amalienpassage in der Münchner Maxvorstadt

Unser Sushi-Restaurant sansaro liegt im Herzen der Münchner Maxvorstadt in der Mitte der Amalienpassage – ein Umfeld, das seit einigen Jahren sichtbar und unsichtbar mitgestalten. Anfangs wussten nichtmal Sushi-Fans, dass es versteckt in der Amalienpassage das beste Sushi in München gibt. Inzwischen haben wir diese eigenwillige Passage lieben gelernt und prägen sie, auch über den Adalberthof hinaus. Hier erklären wir, warum.

Die Amalienpassage ist ein Projekt aus den 70er Jahren. Damals in München als eine Art „Megaprojekt“ zunächst heftig kritisiert und umkämpft kann sie heute als ein Stück höchst geglückter Stadtentwicklung bezeichnet werden.

Detail der Terrasse im Adalberthof in der Amalienpassage in München

Öffnung der Innenhöfe schafft Oase in der Großstadt

Durch die Öffnung der Innenhöfe auf der ganzen Breite von Amalien- zu Türkenstrasse entsteht ein für die Öffentlichkeit nutzbarer Durchgang. Die Wohnnutzung hat Vorrang, aber durch die intime Verknüpfung mit Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss kommt das Leben in die Passage: sie ist weder ein toter Hinterhof, noch ist sie eine leb- und lieblose Shoppingmall. Gerade im Blick der heutigen Zeit (2018), in der es viele private Shoppingmalls gibt, die am Wochenende tot und leblos sind oder Neubaugebiete, in denen Wohnblock an Wohnblock steht, ist die Amalienpassage rückblickend als ein Städtebaulich vorbildlicher Entwurf zu bewundern. Er nimmt das Flair des Unibereichs auf und füllt ihn mit Lebens- und mit Wohnraum gleichermassen. In seiner Mitte entsteht ein eigener Charakter, geprägt und gepflegt durch das Engagement der Gewerbetreibenden im Erdgeschoss.

Die Lebendigkeit ist der Amalienpassage also quasi in die Wiege gelegt, der damalige Stadtbaurat sprach bei der Eröffnung von einer “heiteren Intimität”.

Lebendige Formen und Farben

Die Amalienpassage ist nicht austauschbar: nahezu jeder Winkel der (damals noch Hand gezeichneten) Passage, jedes Fenster, scheint anders zu sein. Der Architekt Jürgen von Gagern sprach sich bewusst für die Vielfalt der Formen gegen die Eintönigkeit aus. Er verstand, dass Architektur viel mehr sein kann und muss, als ein rechteckiger Kasten, der möglichst billig gebaut sein muss. Architektur soll das Lebendige abbilden und dem Lebendigen dienen, Einseitigkeit führt zu Monokultur und zu Missbildungen.

Diese Vielfalt findet sich auch in den Farben: ein preisgekröntes Farbkonzept von Eva von Gagern-Hübsch hat wider dem Einheitslook typische 70er Jahre-Farben gesetzt und zwar in immer wieder in leicht wechselnden Tönungen, um das Auge subtil zu erfreuen.

Die Amalienpassage in der Münchner Maxvorstadt öffnet die Hinterhöfe für die Öffentlichkeit und das Leben.

Raum für Kunst und nicht Kommerz

Die Amalienpassage in München beherbergt in ihrem Inneren keine Filialen austauschbarer Ketten – die Läden, Restaurants und Geschäfte sind individuell, die Besitzer oft vor Ort und persönlich engagiert.

Die Freiräume der Passage verkommen nicht zu Anzeigetafeln und Werbeflächen – Individualität und die Liebe zur Kunst ist der Amalienpassage in die Gene gelegt. Die Nähe zur Akademie der bildenden Künste drückt sich an verschiedenen Stellen aus:

Das Leporello vom Gerd Winner, ehemals Professor an der Akademie der bildenden Künste im Adalberthof zeigt eine in den 70er Jahren revolutionäre fototechnische Installation, die den historischen, früheren Bestand der Amalienstrasse mit den modernen Formen der Amalienpassage in Beziehung setzt.

In der sansaro art box können ambitionierte Künstler unentgeltlich Ausstellungen in Vitrinen veranstalten, die von allen Seiten öffentlich einsehbar sind.

Die Grünanlagen dienen zur Erholung der Menschen im Großstadtgetummel und die Freiflächen mit Brunnen und Treppen sind vom Architekten und der damaligen Stadtverwaltung bewusst auch als Spiel- und Freizeitmöglichkeit für Kinder angedacht. Die Bänke in der Amalienpassagen und insbesondere der schöne Laubengang im Amalienhof Süd sollen auch Verweilmöglichkeiten für ältere Passanten sein.

Gartengestaltung Adalberthof

Das Restaurant sansaro liegt im mittleren Innenhof der Amalienpassage, im Adalberthof. In den Jahren rund um 2010 gab der Adalberthof leider ein ziemlich tristes Bild ab – ungepflegte Grünanlagen, auf denen Efeu und Unkraut ziellos gewuchert ist.

 

Wir von SUSHIYA haben Initiative ergriffen und uns in Absprache mit der Hausverwaltung mit einem enormen persönlichen und auch spürbaren finanziellen Engagement um die Beete rund um das Restaurant sansaro und unsere Terrasse gekümmert. Mit dem Ergebnis, dass man inzwischen wunderschöne große und kleine japanische Fächerahorne auf der Terrasse findet, einige Beete regelmässig gepflegt werden und der Adalberthof zu einem schönen Anlaufpunkt für Erholungssuchende aus der ganzen Umgebung ist. Insbesondere im Frühling und im Herbst sollten Sie einen Abstecher in den Adalberthof machen, um die intensiven, wechselnden Farben der japanischen Ahorne zu geniessen.

 

Auch “unsichtbar” für Aussenstehende setzen wir uns dafür ein, dass die Amalienpassage ein gepflegter Ort ist, in dem auch eine positive Grundstimmung und ein guter, respektvoller Umgang unter den Bewohnern und den Gewerbetreibenden herrscht. Denn die Amalienpassage ist nicht nur eine Ansammlung von ein paar Geschäften und ein paar hundert Wohnungen – sie ist ein ganz besonderer Ort, eine Oase der “heiteren Intimität” (Begriff aus der Eröffnungsschrift 1977) mitten in der Stadt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in dieser besonderen Anlage!

Herbstliche Farben der japanischen Fächerahorne im Adalberthof der Münchner Amalienpassage

Die Amalienpassage ist mit ihrer Indivdualität und ihrer Architektur auch „in Form gegossene Lebendigkeit der Maxvorstadt“ (Alexander Reinelt) und ein einmaliger Bau mit vielen Ecken und Kanten, aber eben auch ganz besonderen Ecken, Formen und Herausforderungen. Hier sind wir gerne und freuen uns auf viele weitere Jahre, in denen wir angenehm mit unseren Nachbarn zusammenleben – und hoffen, in der Zukunft auch für weitere Projekte Standorte zu gewinnen, die mit Liebe zum Detail erlauben und etwas Besonderes sind.

Mehr über die Amalienpassage erfahren Sie auf der Homepage www.amalienpassage.de und wenn Ihnen die Passage am Herzen liegt oder Sie dort wohnen, folgen Sie der Passage doch auf Facebook für gelegentliche Updates.