Ein gut funktionierendes Kassensystem ist für uns in der Gastronomie unerlässlich. Der Kunde siehts nicht, aber er bekommt die Auswirkungen zu spüren, wenn etwas nicht funktioniert, so wie jetzt die zahlreichen Probleme und negativen Erfahrungen, die wir im Umstieg auf die Lightspeed K Serie machen. Viele dieser Probleme landen leider beim Kunden.
Unsere Erfahrungen mit Der Lightspeed K Serie
Da Lightspeed ein internationales Unternehmen ist, deren Hotline teilweise ins Nirvana führt, schreiben wir unsere Erfahrungen mal hier im Blog auf. Vielleicht nutzt es ja Kollegen oder es hört doch mal jemand bei Lightspeed, der auch was verändern kann. Denn für uns als eine gut funktionierende Gastro ist ein (erneuter?) Wechsel des Kassensystems nicht ganz einfach. Sehr viel Programmierungs- und Schulungszeit steckt in jedem Kassensystem und idealerweise greifen Systeme ineinander. Wir hatten uns ganz bewusst für Lightspeed K entschieden, denn das kann sich mit unserem seit vielen Jahren bevorzugten Reservierungssystem OpenTable verbinden und – theoretisch – auch mit anderen Systemen zur Warenwirtschaft, Buchhaltung und so weiter.
Probleme mit Lightspeed K
Davon merken wir leider noch nicht viel — denn die automatische Verbindung mit DATEV Kassenarchiv online ( die einzige buchhalterische Verbindung, die Lightspeed anbietet! ) scheint mit schweren Mängeln behaftet. Und auf die Anfrage nach Lightspeed Inventory oder Rest-API hat Lightspeed die letzten zwei Wochen nicht reagiert.
Dieser Artikel ist noch in der Entwicklung. Nach wochenlangen Versuchen, die Probleme mit Lightspeed mit dem Support, dem Account Manager und sogar einem externen IT Support für Lightspeed zu klären, schreiben wir unsere Erfahrungen hier auf und werden sie mit Screenshots und genaueren Infos für andere Kollegen hinterlegen.
Hier nur mal eine ganz schnelle, provisorische Auflistung von Problemen, die uns auffallen — und die von Lightspeed offenbar nicht behoben werden:
- Das Fehlen einer Override-Abfrage, wenn jemand anderes in den Tisch bucht, ist ein großes Problem. Man erhält keinen Warnhinweis und verliert einfach die angegebene Bestellung. Das ist absolut inakzeptabel.
- Die Auflistung der einzelnen Artikel in der Übersicht ist völlig unübersichtlich. Anstatt „3 Bier“ zu sehen, werden drei separate Einträge für „1 Bier“ angezeigt. Die Anzeige ist extrem klein und unübersichtlich, mehrere Artikel werden als einzelne Artikel dargestellt, anstatt zusammengefasst zu werden. Das erinnert an Computerwelt 1982.
- Aus unerklärlichen Gründen ist es nicht möglich, eine Bestellung von einem Tisch auf den anderen zu übertragen. Der Grund dafür ist nicht ersichtlich.
- Es ist nicht möglich, Bargeldtrinkgelder nachträglich zu Bestellungen hinzuzufügen. Das ist ein großes Problem, da Gäste nach der Kartenzahlung oft noch Bargeld hinterlassen. Wenn man das korrekt aufzeichnen möchte, ist man mit Lightspeed aufgeschmissen. Dies ist ein unverzeihlicher Fehler, da er die korrekte Behandlung von Geldern und Tischbezahlungen betrifft. Lightspeed hat auf diese Beschwerde mitgeteilt, dass keine Änderung geplant ist.
- Es gibt keinerlei haptisches oder optisches Feedback, wenn man eine Bestellung eingibt oder einen Artikel borniert. Dies ließe sich mit subtilen Animationen leicht verbessern, um die Wahrnehmung zu erleichtern.
- Wesentlichster Punkt: eklatante Schwächen in der Umsatzübertragung an DATEV Kassenbuch Online. Daten können ohnehin nur an das DATEV Kassenarchiv übetragen werden. Allein diese Einschränkung ist schon erheblich. Denn während man mit Lightspeed K an sich vorbildlich die Umsätze fein differenzieren kann (Artikel werden nach Warengruppen getrennt und unabhängig davon in Menüs zusammengefasst, so können wir unsere Artikel buchhalterisch fein aufsplitten aber logische Menüzusammenhänge in der Kassenbedienung einrichten), kann diese Differenzierung nicht sauber exportiert werden, da DATEV nur rudimentäre Informationen zulässt. Die Dokumentationen dazu sind zwar vollmundig euphorisch, aber am Ende schwach im Detail und nichtssagend. Richtig problematisch wird es aber, wenn die Übertragung vom Kassenarchiv uns Kassenbuch fehlschlägt. Und das ist offenbar der Fall, wenn man an einem bestimmten Tag Trainingsdaten verwendet hat, beispielsweise weil ein neues Menü eingerichtet wurde und die Abläufe im Trainingsmodus durchgeprüft wurden oder weil man immer und immer wieder versucht, den Problemen bei der Bezahlung von Rechnungen mit gemischten Trinkgeld auf die Schliche zu kommen. In diesem Fall werden nämlich Summen übermittelt, die nicht zusammenpassen, der DATEV Kassenbuch Export schlägt fehl und man muss manuell nacharbeiten. Lösungsvorschlag von Lightspeed: einfach an den Tagen, wo Umsatz gemacht wird, nicht mit Zahlungsdaten arbeiten. Oder anders gesagt: immer mal einen Tag schliessen und an dem Tag sollen die Mitarbeiter aber reinkommen für Schulungen. Gehts noch?


