Hina-Matsuri – das Fest der Mädchen am 3. März

Inhaltsverzeichnis

Besondere Speisen für einen besonderen Tag

Am 3. März werden in Japan die Hina-Puppen aufgestellt und geschmückt. An diesem „Mädchentag“ (auch als „Puppen- oder Mädchenfest“ bekannt) wird für ein gesundes und glückliches Aufwachsen der Mädchen gebetet. 
Dieser Tag wird auch „Momo-Sekku“ (桃の節句) genannt, „Pfirsichblütenfestival“, denn um diese Zeit beginnt die Pfirsichblüte.
Die Hina-Puppen werden mit Pfirsich- und Kirschblüten liebevoll geschmückt und zur Feier des Tages werden besondere Gerichte gegessen, wie bunte rautenförmige Reiskuchen (die Fruchtbarkeit symbolisieren sollen), Arare (pastellfarbene süße würfelförmige Reiscracker), Chirashi-Sushi (ebenfalls leicht gesüßt mit Fisch und Gemüse) und klare Muschelsuppe. Dieses Festival gehört zu den meist gefeierten Festen und in ganz Japan finden an diesem Tag viele farbenfrohe Veranstaltungen statt. 

Wie entstand Hina-matsuri?

Hina-Matsuri war ursprünglich „Jōshi“ (上巳) , eines der fünf „Sekku-“Events (節句、Jahreszeiten-Feste), die aus China stammten. In alten Zeiten glaubte man, dass böse Geister um die Zeit von „Setsubuku“ – das bedeutet Jahreszeitenwende – besonders leicht in den Körper der Menschen eindringen könnten. 
Um sich dagegen zu schützen, entwickelte sich in Japan der Brauch, sich mit Papierpuppen (die den Menschen symbolisieren und so die Geister täuschen sollten) über den Bauch zu streichen und dann diese Puppen in einem Fluss (in „Jōshi“), der ins Meer mündete, wegtreiben zu lassen. So sollte der Körper von den Verunreinigungen durch die Geister gereinigt werden und die Papierpuppen sollten diese im Fluss forttragen. Dieser Brauch ist wahrscheinlich der Ursprung von Nagashi-Bina, einer besonderen Hina-Matsuri-Veranstaltung, die noch heute existiert.

In der Heian-Periode (794 – 1185), als sich das Feiern der Sekku-Feste einzubürgern begann, wurde auch „Hina-Asobi“ (雛遊び das Spielen mit Puppen) unter den Kindern des Adels sehr beliebt. Das Wort „Hina“ bedeutet ein kleines, liebenswertes Ding und man nimmt an, dass das Puppenspiel und „Jōshi“ sich verbanden zu der ursprünglichen Form des heutigen Hina-Matsuri- Festes.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Technik der Puppenherstellung weiter und besonders in der Edo-Periode (1603 – 1868) wurden immer feinere, kostbarere Puppen hergestellt. Da das Spielen mit Puppen und die Freude der Mädchen an schönen Puppen zusammenhängen, entwickelte sich „Jōshi“ allmählich zu einem Fest für Mädchen, zu „Hina-Matsuri“.

Hina-Puppen begleiten eine Frau ihr ganzes Leben

Wenn ein Mädchen geboren wird, ist es üblich, dass die Großeltern mütterlicherseits dem Kind Hina-Puppen schenken. Diese Puppen sind sehr kostbar gearbeitet und teuer und bleiben ihr Leben lang als Eigentum bei einer Frau, auch wenn sie verheiratet ist. Oft werden sie auch über viele Generationen in den Familien vererbt.

Hina-Puppen sind eine Puppengruppe nach festgefügten Regeln. Sie bestehen aus einem Herrscherpaar (O-Dairi-sama und O-Hina-sama), drei weiblichen Personen, manchmal als Dienerinnen, aber auch als Kurtisanen (Kanjo) bezeichnet, fünf Musikern, zwei Wächtern (oder Ministern) und drei weiteren Personen, die dem hohen Paar zu Diensten sind. Die Herrscher und auch ihre Untergebenen sind prunkvoll gekleidet, oft in der traditionellen Hofkleidung der Heian-Periode. Leuchtendes Rot und Goldtöne sorgen für den prunkvollen Eindruck. Der ganze Hofstaat ist auf einem 5- bis 7-stufigen Altar angeordnet, oft mit Einrichtungs- und vor allem Küchengegenständen ergänzt. Eine der Dienerinnen auf der zweiten Stufe reicht in manchen Arrangements dem Herrscherpaar Sake („Amazake“, weißer Sake, der beim Hina-Fest in einer leicht gesüßten und alkohol-reduzierten Form genossen wird) – ein Zeichen für die besondere Bedeutung des Getränkes.
Da jedoch die meisten Familien heutzutage nicht mehr über große Wohnungen verfügen, hat es sich eingebürgert, dass die Hina-Puppen nur aus dem Herrscherpaar bestehen.

Schon Mitte Februar beginnen die Mädchen, ihre Hina-Puppen zu schmücken. 
Der 3. März ist dann mit dem Tag des Festes der Höhepunkt, nach dem traditionell die Puppen gleich wieder weggeräumt werden sollten. Dies hatte ursprünglich seinen Grund darin, dass die Puppen vor der Feuchtigkeit der beginnenden Regenzeit geschützt werden sollte. Aber natürlich verband man damit eine besondere Bedeutung: verzögerten die Mädchen das sorgsame Einräumen, würde sich ihre Chance, zu heiraten ebenfalls verzögern. Heutzutage sieht man das nicht mehr zu streng und viele Mädchen dürfen die schönen Puppen noch bis zum Ende des Monats aufgebaut lassen.

Kleines Special auf der Tageskarte nur am 3. März 2021

Nicht verändert aber hat sich im modernen Japan die Tradition, besondere Gerichte an diesem Tag zu genießen. Am 3. März gibt es ein kleines Sushi-Special zum Hina-Matsuri, damit Sie in dieser Zeit des Jahreszeitenwechsels gesund bleiben und sich wohlfühlen. Die verschiedenen Würdenträger haben unsere Köche dabei quasi aus Bio-Wachteleiern nachgestellt und eine Art Oshi-Zushi (strenggenommen ist es in dem Fall ein Chirashizushi, aber das ist eine lange Geschichte…) kreiiert. 

Natürlich dürfen nicht nur Kinder mit diesen Puppen „spielen“ – mit ein klein wenig Soja-Sauce lassen sich die Puppen auf jeden Fall sehr kurzfristig „wegräumen“…