Geschlossene japanische Restaurants in München

Inhaltsverzeichnis

Seit seiner Kindheit begeistert sich SUSHIYA-Gründer Alexander Reinelt für die japanische Küche und Kultur und beobachtet deshalb seit über 30 Jahren intensiv japanische Restaurants und Sushi-Restaurants in München.

Hier eine kleine, aber sicher nicht vollständige, Auflistung von ehemaligen, aber relevanten japanischen Restaurants oder Sushi-Restaurants in München.

Restaurant Tenno in der Buttermelcherstaße

Etwa von 2007 bis 2019 gab es in der Buttermelcherstraße, direkt an der Ecke Klenzestraße in München das japanische Restaurant Tenno. 

Auch wenn die Namensgebung für Japaner leicht irritierend war, gab es dort sehr gute japanische Küche, ungewöhnlicherweise trotz der Mischung mit thailändischer Küche. 

Das lag an den beiden Besitzern: Haruo Kato, eine sehr gute japanische Köchin, und Siri Ratius, ein gebürtiger Thailänder. 

Das Tenno war somit viele Jahre für gute Qualität und immer exzellent freundlichen Service bekannt, bis es geschlossen wurde, weil die Inhaber die dauernde Last der Verantwortung, Sorgen mit Personal etc. nicht mehr tragen konnten und wollten.
Wir können darüber ein Lied singen, auch ein gut gehendes Restaurant macht und finanziert sich nicht von selber, erst recht wenn es versucht, authentisch japanische Qualität zu servieren statt Ambiente oder billiges Pseudo-Sushi über Effekte zu verkaufen… Das Tenno stand damals übrigens auch in der Presse hoch im Kurs, immer wieder wurde es gelobt oder über prominente Besucher berichtet.

Heutiges Tenno und Teno in München sind Trittbrettfahrer

Sehr erstaunlich ist aber, dass kurz nachdem das Tenno geschlossen hat, in München zwei Sushi-Imbisse mit ähnlichem Namen geöffnet haben: einmal nur wenige Meter entfernt das Tenno in der Klenzestraße 16, dann auch in unserer Nähe in der Georgenstraße 35 das Teno. 

Beide gehen vermutlich aus dem Billig-Lieferservice Shizoo hervor (der seinerseits aus dem Versuch, eine französische Lieferkette namens „The Sushi Shop“ in München aufzubauen hervorging) und beide haben nichts, gar nichts mit dem früheren Tenno und dessen Qualitäten zu tun. 

Das Sushi von Tenno oder Sushi von Teno in München können wir definitiv heute nicht empfehlen, allen schönen Beschreibungen auf der Homepage zum Trotz. Es hat ganz und gar nichts mit dem japanischen Restaurant „Tenno“ zu tun, das es lange Jahre in der Buttermelcherstraße Ecke Klenzestraße gab.

Wir kennen solch ein unjapanisches Verhalten leider selber von dem Restaurant „SUSHIYA BENTO“ in München und es ist bereits ein Hinweis: Japaner würden so etwas nicht machen, weil es schlichtweg unkorrekt gegenüber dem Erbe von Haru und Siri ist – und vor allem gegenüber den eigenen Gästen, die mit einer anderen Erwartung kommen könnten, als man erfüllen kann. Genau das ist der Unterschied zwischen japanischen Restaurantbetreibern und anderen Nationalitäten.. 

Und auch davon können wir ein oder mehrere Lieder singen.

Wo die Tenno-Betreiber heute zu finden sind

Haru Kato hat übrigens in den Folgejahren viele wichtige Neueröffnungen in München im Bereich Sushi/japanische Küche begleitet, Siri arbeitet inzwischen am Empfang im Nobu Matsuhisa im Mandarin Oriental.

Restaurant Sushi Se in der Agnesstraße

In der Agnesstraße befand sich im Souterrain bis von circa 2013 (?) bis Ende 2016 ein kleines Restaurant von Sushimeister Kentaro Yamaguchi. 

Kentaro war davor beispielsweise in der Sushi Bar Maximilianstraße tätig und ist ein Profi mit absolutem Anspruch, war in seinem Restaurant dafür bekannt, für Perfektion zu arbeiten. Auch Mitarbeiter von uns hatten zeitweise mit ihm zusammengearbeitet. 

Leider braucht es in München nicht nur gutes Sushi, um wirtschaftlich zu überleben, sondern viel, viel mehr (Marketing, Küchenmix, Location, Gästekommunikation, lange & viel Aushalten, etc.) und er musste, trotz unserer Versuche ihn vorsichtig zu unterstützen, schnell wieder aufgeben.
Kürzlich hat uns Kentaro übrigens im Sommer 2022 im sansaro besucht und das Sushi danach als einwandfrei gelobt. Na, wenn das mal nicht nur japanische Freundlichkeit war… 😉

Wo Kentaro heute zu finden ist

Wir hoffen, dass wir Kentaro auch mal wieder in anderen Locations sehen, die letzte gemeldete Station ist der Wolfsbarsch vor den Toren Münchens, was wir auf jeden Fall bald probieren wollen und Sie vielleicht auch, wenn Sie mal in der Ecke sind. Es handelt sich um einen Lieferservice und um ein kleines, aber feines Restaurant, die an einen exquisiten Fischhändler angeschlossen sind.

Restaurants Sushi Zen

Gab es in der Volkartstraße (heutiges AOI-Ramen) und in der Baader Strasse (heutiges Haguruma). Hatte einen sehr guten Ruf. Die beiden Sushi Zen existierten unserer Erinnerung nach bis in die ganz frühen 2000er Jahre.

Restaurant Wasabi

War ein Sushi Zen Nachfolger in der Volkartstraße, wurde betrieben von Joe Udawara. Der war unseres Wissens nach ein richtiger japanischer Sushimeister. Musste irgendwann aufgeben, inzwischen residiert dort ein kleiner japanischer Ramen-Laden namens AOI Ramen, welcher zu empfehlen ist.

Restaurant Matoi

In der Hans-Sachs-Strasse, in der heutigen Lotus Lounge. Das Matoi war ein wirklich gutes, japanisches Sushi-Restaurant. Offen hatte es unserer Erinnerung nach in den späten 1990er Jahren.

Restaurant Fuji-ya St.-Michael-Straße 2

Der japanische „Pirat“ (Spitzname von uns) Goto-san eröffnete 2006 dort sein eigenes Restaurant in Berg am Laim. 

Dort gab es japanische Küche und auch Sushi, wobei Goto das Sushi bewusst relativ teuer gemacht hatte, damit die Deutschen auch mal was anderes als nur Sushi probieren. Wir fanden alles sehr lecker und nett, wenn wir dort waren. Leider musste er ein paar Jahre später aufgeben, als die Tsunami-Katastrophe 2011 ihn aus familiären Gründen nach Japan zurückrief. Das Fuji-ya in Berg am Laim hat und hatte nichts mit den Fließbandlokalen unter ähnlichen Namen in München zu tun.

Kleiner Papierflyer des Fujiya in München Seite 1
Flyer des früheren japanischen Restaurants Fujiya in München

Restaurant Emiko im Louis Hotel

Im Hotel Louis am Viktualienmarkt gab es einige Jahre das „japanische“ Restaurant Emiko. Wir waren von dem Sushi dort nicht überzeugt, die Münchner High Society aber schon. Tolle Location, zeitweise sogar ein japanischer Barkeeper wie er im Buche steht, aber letztlich eben kein japanisches Restaurant, sondern eine der für München typiscjem „Style & Location“-Restaurants mit Sharing Konzept usw. 

Einzelne Kritiker haben das Emiko dann auch gleich als „eines der besten japanischen Restaurants weit und breit“ klassifiziert – aber so ist das leider, wenn in München bekannte Gastronomen eine High Class-Location aufmachen. Da braucht es nicht echten, japanischen Geschmack, sondern nur etwas Glanz & Gloria.

Daitokai Kurfürstenstraße München

Lange geschlossen hat das Teppanyaki-Restaurant Daitokai in der Kurfürstenstraße, einen Artikel darüber haben wir schon vor einigen Jahren veröffentlicht.

Restaurant Nomiya in Haidhausen

Das Nomiya in Haidhausen war kein Sushi-Restaurant, sondern ein bayerisch-japanischer CrossOver mit gegrillten Spießen und etwas Sushi am Rande. Das Sushi war nicht als solches zu bezeichnen, die Stimmung war gut, der Laden immer voll und das Unertl Weißbier damals noch eine echte Rarität.
Musste circa zur Corona-Pandemie aufgeben. 

Irgendwo war in der Presse dann von vermeintlichen Nachfolgern oder Erben des Nomiya-Konzepts zu lesen, die im Glockenbachviertel aufgemacht hätten, aber wenn wir einen Kenner der Japan-Szene in München zitieren dürfen: „Vollkommene Unverschämtheit, das Restaurant was überhaupt gar keine Verbindung zum Nomiya hat und ganz anderen Stil bietet als eine Art Nachfolger vom Nomiya zu bezeichnen!“.

Restaurant Mifune in München-Bogenhausen

Auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf, dass unseres Wissens nach das erste japanische Restaurant Deutschlands einst in München Bogenhausen residierte. Wenn wir uns nicht täuschen eröffnete dort das Mifune Anfang der 1970er Jahre (?), zumindest war SUSHIYA-Gründer Alexander Reinelt dort in den 1980er Jahren zum 16. Geburtstag mit seinen Eltern und fasziniert von den vollkommen anderen Geschmäckern, ja den anderen Gefühlen (heute würde man vielleicht sagen „gustatorischen Wahrnehmungen“), die manche Speise auf der Zunge und im Mund auslöste. 

Damals war japanische Küche noch etwas vollkommen Ungewöhnliches in Deutschland und die Deutschen mit dem Geschmack von vielen Zutaten nicht vertraut, wie sie es heute teilweise sind. Nach Erinnerung einer Kundin gab es dort auch einen Raum mit Tatami, wo man die Füsse unter den Tisch stecken konnte und ein hervorragendes Sukiyaki.

Das Mifune wurde irgendwann zum „Enshu“ (betrieben von der Shoya-Gruppe), welches dann aber irgendwann mal sang- und klanglos verschwand, vermutlich, als die gigantische Welle von Sushi-Fließband-Lokalen jede Wahrnehmung in München darüber zerstört hat, was japanische Küche eigentlich ist und wie Sushi eigentlich schmecken müsste. 

Die Räumlichkeiten werden heute nicht mehr als Restaurant genutzt.

An welche japanischen Restaurants erinnern Sie sich?

Gibt es noch besondere japanische Restaurants, an die Sie sich erinnern oder Details, die wir hier nicht genannt haben?

Wir lieben die japanische Küche und beschäftigen uns mit Herzblut damit — kontaktieren Sie uns, vielleicht können wir eine Erinnerung von Ihnen einarbeiten!