Sushi & japanische Restaurants in München

Inhaltsverzeichnis
Ein Überblick über japanische Restaurants in München und Einblick, wo man gutes und wo man das beste Sushi in München finden kann

In der bayerischen Landeshauptstadt München ist das Pflaster für gute japanische Küche und echtes Sushi sehr dünn, da sind wir uns mit vielen Sushi-Liebhabern und japanischen Köchen einig. Und zwar nicht, weil es so viel gute Konkurrenz gibt — sondern leider viel schlechte.

In diesem Artikel geben wir einen kleinen Überblick, wie wir den aktuellen Status von Sushi in München wahrnehmen und welche Restaurants wir neben unserem Restaurant Sansaro guten Gewissens empfehlen können.

Wie wir japanische Restaurants beurteilen

Eines muss man natürlich beachten: Jeder beurteilt Essen anders. 

Wir beschäftigen uns seit den 1990er Jahren intensiv mit japanischer Gastronomie, japanischer Kultur — aus verschiedenen Blickwinkeln und unter ständiger Weiterentwicklung des eigenen Wissens und Geschmacks. 

Im Internet gibt es so viele Meinungen, wie es Menschen auf der Welt gibt. Wir finden viele begeisterte Reviews für Restaurants, bei denen es uns den Magen umdreht, sei es aus geschmacklichen oder aus hygienischen Gründen. 

Es liegt in der Natur der Dinge, dass jemand, der zu einem Sushi-Restaurant zum Beispiel in Bogenhausen, wo er wohnt oder arbeitet, immer zum Essen hinfährt. Er bewertet es bestens, da er dort immer freundlich empfangen wird, es ihm schmeckt und er sich stets willkommen fühlt. 

Zitat typisches Internetreview:

Super Restaurant. Essen wird schnell und frisch zubereitet!! Auch für den kleinen Preis was dabei, unter 10€ pro Person mit ganzen Teller Sushi & Getränk. Gerne wieder. Freundlicher Chef & Chefin. Alles ordentlich und sauber!

Das hat aber leider noch bei weitem nichts mit einer gewissen japanischen Geschmacksqualität zu tun. Weder hat es mit konstantem Küchenniveau zu tun und auch nicht damit, ob es sich lohnt, zu diesem Restaurant aus anderen Stadtvierteln zu fahren. Viele dieser Restaurants oder Sushi-Imbisse werden sogar danach bewertet, dass es gut schmeckt und man für wenig Geld schnell und freundlich bedient wurde. 

Das kann für unsere Suche nach gutem japanischen Geschmack aber nicht die entscheidende Benchmark sein!

Gutes Sushi braucht teures Rohmaterial

Gutes Essen muss nicht teuer sein. Gutes Sushi leider schon. 

Denn wenn man für unter 10 Euro satt wird mit Sushi, ist sicher keine Qualität dabei. Das ergibt sich allein schon aufgrund der Materialpreise. Manche Leute mögen das lieben – wir können so etwas nicht mehr essen! 

Der billigst mögliche Lachs, billiger Thunfisch – das funktioniert eben nur mit viel und intensiven Saucen, nicht für Leute, die Wert auf Bio, SlowFood, kulinarischen Genuss und gute Lebens-ver-mittler legen.

Teures Sushi bedeutet nicht automatisch gutes Sushi

Andererseits gilt: teures Sushi – und da gibt es durchaus einige Restaurants in München – ist auch nicht automatisch gut

Die Chance ist bei diesen teuren „Style-Restaurants“ höher, dass gutes Material verwendet wird – aber meistens wird dem Handwerk und der Bearbeitung des Materials nicht der Raum gegeben, den es braucht, um gutes Sushi oder gute japanische Küche zu machen.

Nur langfristige Betrachung aussagekräftig

Wir betrachten die Restaurants also aus der Perspektive, wie gut und wie konstant sie klassisch japanische Küche oder klassisch japanisches Sushi abbilden können. 

Das geht unserer Erfahrung nach nicht einher mit einer vietnamesischen oder thailändischen Küche — gleichzeitig kann aber die vietnamesische Küche in einem solchen Restaurant ganz ausgezeichnet sein. 

Und gerade in München kommt schnell Begeisterung für irgendeinen neuen Laden, eine neue Location auf – und genauso schnell vergeht diese Begeisterung wieder oder ziehen die Köche, die einen Laden eröffnet haben, wieder weiter, weil die Geschäftsführung keinen Sinn für die langfristige Auseinandersetzung mit den japanischen Befindlichkeiten hat.

Hier geht es aber darum, welche Restaurants langfristig, zuverlässig eine gewisse japanische geschmackliche Qualität abbilden können.

Vollständige Beurteilung umfasst auch Geschirr - und Charakter

Zur vollständigen Beurteilung eines japanischen Restaurants gehört übrigens viel mehr als nur ein „schmeckt immer gut und ist immer freundlich“.

Im Gegenteil: der japanische Service kann manches Mal für Europäer als nüchtern oder sogar stimmungsfrei empfunden werden. 

Der Japaner sieht es nicht als seine Aufgabe, den Gast wie im italienischen Restaurant im Urlaub fühlen zu lassen — sondern ganz nüchtern die Bestellung für die Speisen richtig aufzunehmen, Probleme zu vermeiden, die Bestellung zu bringen und die Abläufe mit der Küche sicherzustellen. 

So wird ein toller Service von den Gästen in Deutschland oft mit bester Qualität verwechselt, einfach weil man sich (verständlicherweise) wohl fühlt. Guter japanischer Service wirkt dagegen oft sogar ein wenig schrullig.

Zur vollständigen Beurteilung eines japanischen Restaurants gehört aber noch viel, viel mehr: ein Blick auf das Geschirr, Wahrnehmung von kleinen Details (u.a. Moritsuke), selbstredend eine konstante Küchenqualität. Verwendung guter Zutaten, Verständnis für Grundlagen und ja: der Charakter und das Verhalten der Restaurantbetreiber innerhalb der Gruppe von Japanern und japanischen Restaurants in München.

Erfahrungen mit Sushi in München aus den letzten 30 Jahren

SUSHIYA-Gründer Alexander Reinelt hat in den 1990er Jahren Japanologie studiert und seitdem als Hobby mit großer Leidenschaft und Begeisterung alle japanischen Restaurants und die japanische Küche in München verfolgt.

Ihn umgibt ein Team von erfahrene japanischen Köchen und Servicekräften und jüngeren und älteren Münchnern, die sich aus Gründen der persönlichen Begeisterung oder aufgrund japanischer Wurzeln und Verbindungen lange mit japanischer Küche und Kultur beschäftigt haben.

Hier gibt es eine kleine Liste von japanischen Restaurants in München, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit, ohne Anspruch auf das absolute Wissen. 

Aber immer mit dem Anspruch, fair und aus Liebe zur japanischen Küche zu sprechen – und vermutlich mit weit mehr Erfahrung und Blick hinter die Kulissen als auf allen möglichen Internetportalen oder Bewertungsplattformen. Die helfen leider gar nicht bei der Suche nach gutem Sushi (dazu ein andermal ein Artikel). Und auf jeden Fall sind unsere Bewertungen ortsbezogen: ein Restaurant, welches wir hier in München empfehlen können, könnte sich in einer Stadt, wo es mehr und bessere japanische Konkurrenz gibt, vielleicht nicht durchsetzen. Andererseits können nur, weil es wenige wirklich gute Japaner in München gibt grausame Geschmacksverwirrungen ohne richtigen Sushireis deshalb noch keine Empfehlung werden.

Wenn Sie sich noch an andere Restaurants erinnern, wenn Sie dem ganzen etwas hinzufügen wollen oder auch irgendwo eine andere Meinung haben: Herzlich gerne! Wir hören zu, wir lassen uns auf andere Meinungen oder Rückfragen ein.

Sushi in München - ein Überblick

Eines sei hier vorausgeschickt: Es wird Leute geben, die es für unangemessen halten, dass wir uns zum Marktstand und manchen Mitbewerbern äußern, weil wir selber seit 15 Jahren ein japanisches Restaurant in München betreiben. 

Aber wir sind auch Liebhaber der japanischen Küche, verfolgen seit gut dreissig Jahren die Entwicklung von Sushi & japanischer Küche in München aufmerksam — und gehen selber wahnsinnig gerne japanisch essen, gerade bewusst und mit viel freierem Kopf auch mal eben nicht ins eigene Haus. Und entweder man kann unsere Einschätzungen aufmerksam lesen und sich über den Einblick freuen, natürlich auch inhaltlich anderer Meinung sein – oder es unsachlich zurückweisen als ein Reden über die Konkurrenz. Aber wir wissen aus Erfahrung, wovon wir sprechen. Und wenn jemand eine fundierte andere Meinung hat, sind wir dafür offen und freuen uns auf Ihr Feedback.

Noch ein kleiner Hinweis: Es mag bei Ihnen um die Ecke eine kleine Sushi- Bar, einen Lieferservice, ein Restaurant geben, was Sie ganz toll finden und was gut schmeckt. 

Wir beziehen uns hier aber vor allem auf Restaurants, wo man auch abends schön essen gehen kann und auf Betriebe, die eine gewisse Kontinuität aufweisen. Denn zu oft ist Qualität sonst vergänglich, hängt an einem einzelnen Koch, kommt und geht ganz schnell wieder — gerade in München.

In unserem Blog haben wir kürzlich einen Artikel geschrieben, wie man (echt) japanische Restaurants erkennen kann.

München lebt von kulinarischem Ganz & Schein, statt Sein & Können

Man kann es nicht anders sagen: Aktuell unterliegt die Sushi-Branche dem Trend, wild zu inszenieren und dabei die Kunden so mit Reizen zu überfluten, dass der Geschmack der echten japanischen Küche komplett außen vor gelassen wird.

Echtes japanisches Handwerk findet man nur ganz selten. 

Das ist offenbar grundsätzlich ein Problem der Wahrnehmung von Gastronomie in Deutschland — in München können wir sagen, gilt es sicher ganz besonders, zumindest für den Bereich japanische Küche & Sushi.

Aber: Fusion-Sushi muss nicht automatisch schlechtes Sushi sein. Im Gegenteil, im Restaurant sansaro denken wir, dass gut gemachtes Fusion-Sushi der Weg sein kann, mit dem japanische Küchenqualitäten die Herzen und die Aufmerksamkeit der Menschen in Deutschland gewinnen können. 

Denn es ist auch Fakt, dass wir in Deutschland andere Geschmäcker gewohnt sind und eben nicht jahrzehntelang mit feiner japanischer Küche aufgewachsen sind.

Wenn Fusion auf guten Grundzutaten basiert, auf einer Kenntnis und einem Verständnis für die japanische Küche, dann kann es sehr kreativ und eine wahre Meisterschaft sein.

Gutes Fusion-Sushi ist aber nicht, wenn man nur x-Variationen von Lachs, Avocado & Thunfisch kombiniert. Immer wieder sehen wir in den letzten Jahren solche Restaurants auftauchen, die mit Trüffelöl-Aromen, mit frittiertem Sushi und vor allem intensiven Saucen arbeiten. Das betrifft bundesweit bekannte Lieferdienste genauso wie zahlreiche neue Restaurants in München und Umgebung mit oft auch japanischen Namen. 

Die Wahrnehmung, was gutes Sushi ist und was nicht, wird dadurch aber vollkommen verwischt.

Sushi in München - aktuelle Lage

Die aktuelle Marktlage im Zeitraum von etwa 2019-2022 stellt sich aus unserer Sicht wie folgt dar:

Echte japanische Restaurants werden weniger

Immer weniger Restaurants bieten echten japanischen Geschmack und kulinarische Tiefe. 

Im Jahr 2022 schließt im Sommer die legendäre SushiBar in Schwabing, das mehrfach ausgezeichnete Restaurant Toshi. Andere Restaurants wie Mitani, Kitcho finden medial kaum Beachtung, zeigen aber leider auch keine Innovationen oder besondere Entwicklungen. Teilweise sind wir doch etwas schockiert, wie sich auch von uns bisher empfohlene Restaurants nach der Corona-Pandemie qualitativ verändert haben. Wir können nur hoffen, dass die Münchner echter japanischer Küche wieder mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung schenken können und die Restaurants, die tatsächlich japanisch kochen, auch wieder mehr in Material und Personal investieren können.

Die japanische Küche ist sehr aufwändig, sehr vorbereitungsintensiv – man kann sich das Leben viel leichter machen, wenn man weniger in Vorbereitung von Reis, Gemüse, Fisch investiert und stattdessen dicke Saucen über das Sushi macht. 

In dieser Welt von überall verfügbarem „Augenwischer-Sushi“ geht auch bei den Kunden und Gästen das Bewusstsein für den feinen japanischen Geschmack verloren. Wer den mal kennengelernt hat und weiss, wie sehr sich durch die gut gemachte japanische Küche Washoku ein Gefühl von Zufriedenheit ausbreiten kann, bedauert das sehr.

Toshio Kobatake, erfahrener Koch und Japanese Cuisine Ambassador, sagt, viele panasiatische Restaurants „klauen unsere japanische Kultur und verunstalten“ sie. Dadurch hat der Kunde kaum mehr eine Orientierung, was das Besondere an Sushi ist, was Sushi ausmacht und wie Sushi eigentlich schmecken soll. 

Die Wertschätzung dafür, dass ein „modernes“ Sushi-Restaurant dann nicht nur irgendwelche Sashimi-Ceviche-Konstruktionen, New Style Sashimi oder „Sashimi“ in Mayo-Sauce auf der Speisekarte hat, sondern tatsächlich ein fachkundig geschnittenes und arrangiertes Sashimi aus geeigneten, frischen und hochwertigen Fischsorten, geht dann natürlich verloren.

Mittags japanische Küche in München kaum zu bekommen

Nach der Corona-Pandemie hat sich die Lage bei den japanischen Restaurants in München deutlich zum Nachteil der Kunden verändert. Stand Sommer 2022 erscheint es fast unmöglich, mittags gute japanische Küche zu genießen. 

Unser eigenes Restaurant sansaro ist mittags noch immer geschlossen, da sich das Leben an und um die Uni herum deutlich verändert hat, Personal sehr knapp ist. Für uns rechnet sich die Mittagsöffnung einfach nicht.

Das Toshi, in der Münchner Innenstadt auch immer für hochwertige Mittagsmenüs gut, ist derzeit ganz geschlossen.

Das Restaurant Mitani, früher für einen unschlagbar günstigen und guten Mittagsimbiss bekannt, öffnet derzeit nur abends.

Die Qualität bei „Style-Restaurants“ wie Koi, Anoki (Azuki) und so weiter ist mittags unserer Einschätzung nach indiskutabel. 

Einzige Chancen für japanischen Geschmack mittags scheinen aus unserer Sicht derzeit Haguruma und Kitcho oder auch zumindest für Ramen-Nudelsuppen und kleine Add-ons, das Takumi und AOI-Ramen zu sein.

Es zeigt sich: wenn man japanischen Geschmack genießen will, dabei Wert auf Qualität legt, muss man wirklich dankbar sein, wenn man ein Restaurant findet, was diese Qualität anbietet. Vielleicht kündigt sich ja auch ein Zeitenwechsel an, ein Bewusstsein dafür, was gute Gastronomie leistet und wie man gutes Sushi von schlechtem unterscheidet.

Trend: Edle Tempel im hohen Preissegment mit einem Hauch von Sushi

Es tauchen immer wieder einzelne edle Restaurants auf, die bei der Eröffnung manchmal auch über kompetente japanische Köche verfügen.

Die Grundausrichtung dieser Restaurants ist aber nicht authentisch japanisch, sondern meistens panasiatisch (Geisha-Gruppe), Nikkei-Kitchen (Izakaya etc.) oder sogar strukturell systemgastronomisch (Do & Co Restaurant). 

Die Speisekarte ist meist darauf ausgerichtet, den Gästen keine Geduld abzuverlangen, sondern schnell den Wunsch nach beeindruckenden Arrangements zu erfüllen und schnell verschiedene Speisen in „Sharing-Größe“ auf den Tisch zu bringen. 

Es geht letztlich um eine Küche, die schnell etwas beeindruckend Erscheinendes liefert, eine große Anzahl von Gästen abarbeiten kann und einen Service, der sehr geschult und strukturiert verkaufen kann. 

In solchen Restaurants gibt es neuerdings sehr kreativ und bombastisch anmutende Sushi-Kreationen, gerne auch mit einer Anhäufung zahlloser Zutaten in einer einzigen Rolle, garniert mit Trüffel-Öl oder flambiert, serviert auf Schiefertäfelchen aus dem Gastrogroßhandel oder irgendwelchen, vollkommen unjapanischen Treppenkonstruktionen oder auch sehr oft neuerdings mit Trockeneis

Geschmacklich sind diese Sushi-Kreationen aber unserer Erfahrung nach meist sehr banal und einseitig. Mit richtiger japanischer Küche oder japanischer Gastronomie hat das normalerweise gar nichts zu tun.

Möglicherweise wirken einfach intensive Aromen wie Trüffel oder eine dicke Sauce, die Nigiri oder einfachen Hosomaki tränken. 

Das offenbart aber gleichzeitig ein absolutes Unverständnis für Reis und Fisch und basieren meistens auf dem billigst verfügbaren Fisch oder Thunfisch: bei diesen Würzungen und Arrangements geht die einzelne Fischqualität vollkommen unter, sie kann vom Gast nicht mehr wahrgenommen und goutiert werden. 

Aufgrund der aufwändigen Inszenierung können dann für mangelhaftes Material und mangelhafte Handarbeit auch schnell 15 bis 25 Euro pro Rolle verlangt werden.

Wir haben auch eine interessante Beobachtung gemacht: In einem dieser Restaurants haben wir auf der Karte „Unagi Shirayaki“ gefunden, eine besondere Zubereitungsform von Aal, den wir beispielsweise dafür frisch im eigenen Haus zerlegen. Unseres Wissens nach sind wir das einzige Restaurant in München, was sich diese Mühe macht. Serviert wurde in dem anderen Restaurant aber immer wieder nur vollkommen normale, vorgefertigte Schnittstücke des ganz normalen Aals „Unagi“ wie er bei günstigen Restaurants aus der Plastikverpackung kommt. Aus unserer Sicht ist das schon Nepp – und im Internet jubeln japan-unerfahrene Gastro-Influencer darüber, wie toll dieses Restaurant sei. 

Abschließend hat sich durch diese Beobachtungen leider die Erkenntnis gebildet: Viel Sauce und Augenwischerei bei den allermeisten Neueröffnungen, im Detail aber keinerlei Verständnis oder Kenntnis von japanischem Geschmack.

Was in den späten 1990er, frühen 2000er Jahre in München die chinesisch geführten Fliessbandlokale mit minderwertigem Sushi waren, sind jetzt in den 2020er Jahren oft vietnamesisch geführte, stylische Läden mit toller Einrichtung, beeindruckenden Inszenierungen und ebenfalls ohne jede Kenntnis von guter japanischer Küche.

Frittiertes Pseudo-Sushi mit diversen Saucen und zweimal Wasabi als unüberlegte Deko in einem neuen Münchner Sushirestaurant: geschmacklich hat das nicht mehr viel mit ushi zu tun, es ist eine Reis-Frittierfett-Majo-Lachs-Masse

Fließband- oder Kaiten-Sushi in München: keine Empfehlung

Kurz der Vollständigkeit halber an dieser Stelle: für Fließband-Lokale können wir leider in München gar keine Empfehlung aussprechen. Es gibt unserer Einschätzung nach keines, was ansatzweise akzeptabel ist. 

Ja, wir waren in den 1990er und frühen 2000er Jahren selber in diesen Restaurants, haben dort selber immer wieder gegessen — bis sich durch die Eröffnung der eigenen Firma und dem frühzeitigen Setzen auf japanische Köche bei uns (und unseren damaligen Mitarbeitern) ein vollkommen anderes Geschmacksbild ergeben hat. 

Damals wie heute: es gibt kein empfehlenswertes Kaitenzushi in München. Wir wissen auch von keinem, wo Japaner arbeiten oder japanische Köche arbeiten. 

Diese Restaurants haben üblicherweise immer scheinbar japanische Namen wie Tokyo, Shinjuku, Tsukiji, Kyoto, Fuji, Asakusa etc. usw. 

Aber niemals haben wir ein Restaurant gesehen, bei dem es ansatzweise japanischen Geschmack gibt. Man kann sich das auch gut ausrechnen, wenn man weiss, was guter Fisch und guter Reis (!) im Einkauf kostet, wie aufwändig die Vorbereitung ist. Kein Wunder, dass bei diesen Restaurants auch oft viele gebratene Nudeln und Desserts aus der Tiefkühltheke über das Laufband tuckern. 

Fazit: Lassen Sie die Finger von Fließbandlokalen in München, wenn Sie japanische Küche kennenlernen und lieben lernen wollen. 

Gerade wenn man Sushi das erste Mal probiert sollte man auf Qualität setzen, weil man sich sonst an die falschen, oft künstlichen Aromen gewöhnt.

Wo es (grundsätzlich) gute japanische Küche in München gibt

Welche Restaurants in München können wir aber empfehlen?

Als grobe Faustregel kann man sagen, dass Sie in den japanisch geführten Restaurants japanischen Geschmack bekommen, dabei aber auch finanziell dem jeweiligen Level angemessen.
In Einzelnen finden Sie unserer Einschätzung nach japanischen Geschmack in München in diesen Restaurants: 

  • Haguruma
  • Mitani
  • Toshi
  • Kaito
  • Sansaro
  • Kitcho
  • J-Bar
  • Shoya
  • Aoi Ramen
  • Takumi
  • Sushi Sano 
  • und teilweise in der Sushi Bar (Update: geschlossen?)
 

In nahezu allen anderen Restaurants ist es eher ein Abklatsch, mal müde, mal sehr elegant inszeniert.

Anmerkung: Soweit es sich um ein Restaurant in München handelt und es irgendeine Relevanz für den Bereich der japanischen Küche und / oder Sushi hat, können Sie sicher sein, dass wir es vielleicht sogar mehrmals besucht haben und uns ein Bild gemacht haben. Auch die Restaurants, über die wir hier gar nicht reden. 

Empfehlenswerte japanische Restaurants & Sushi in München

Wo gibt es das beste Sushi in München? 

Wenn man danach googelt, dann kommen einige Blogartikel von sogenannten Aggregatoren oder auch von Lifestyle-Blogs. Diese Seiten ranken bei Google aufgrund ihrer schieren Größe und ihrer bundesweiten oder sogar internationalen Verbreitung. 

Wie man aber bei genauer Betrachtung inhaltlich sieht, bieten sie oft demjenigen, der nach guter japanischer Küche sucht, keinerlei Hilfe. In den Blogs geht es meistens darum, mit schmissiger Sprache alle möglichen Locations zu empfehlen, wobei die Schreiberlinge oft in dramatischer Weise keine Ahnung vom Sushi haben und teilweise absolut indiskutable Essensqualität heiß empfehlen. 

Die allermeisten Food- und Lifestyleblogs sind in Bezug auf Sushi keine kompetenten Ansprechpartner und die Empfehlungen darin nichts wert. Wenn man Glück hat, stösst man im Netz auf Beiträge, die von lokal erfahrenen Gastro-Bloggern wie Bianca Murthy oder dem Japan-Experten Axel Schwab verfasst wurden und die eine gute Orientierung geben.

Wenn man Pech hat, schreibt sogar die Süddeutsche Zeitung oder das in München verbreitete Veranstaltungsjournal „In München“ Restaurants als Empfehlung aus, die nicht ansatzweise für Sushi oder gar japanische Küche in München empfehlenswert sind. Denn nicht jeder Artikel in der Süddeutschen wird von derem langjährig erfahrenen Gastro-Experten verfasst. Und sogar der ein oder andere renommierte Restaurantführer irrt sich zuweilen bei der Beurteilung japanischer Küche, insbesondere wenn er dabei auf Seitenfaktoren wie die Anwesenheit japanischer Gäste abstellt. (Was japanische Gäste in japanischen Restaurants im Ausland vor allem suchen, dazu bei Gelegenheit ein eigener Artikel)

Ein entscheidender Punkt auch: Artikel, die in der Süddeutschen Zeitung oder sonstwo gepostet werden, leiden sehr unter einem zeitlich begrenzten Blickwinkel, sind wie alles im Leben nur eine Momentaufnahme. Die Artikel auf großen Portalen sind jedoch teilweise auch nach vielen, vielen Jahren aufgrund der Marktmacht der Portale dominant in der Suche beim Internet.

Gerade im Bereich Sushi sind jedoch enorme Anstrengungen nötig, um langfristig eine kontinuierliche Qualität anzubieten – die nicht vollkommen in sich zusammenfällt, wenn der wichtigste Sushimeister mal in Urlaub fährt oder wechselt. 

Wir beobachten die Szene seit über 20 Jahren aus genau diesem, langfristigen Blickwinkel: langfristige Entwicklungen, nicht unreflektiert nur auf schnelle Trends schauen, nicht Ambiente mit Aroma verwechseln.

Die folgenden Restaurants können wir geschmacklich aktuell empfehlen:

Haguruma - kleines, lockeres Restaurant nahe Gärtnerplatz

✺ Hintergrund ✺

Parallel zur Isar wo jetzt am meisten los ist, dort wo ganz früher eines der beiden Sushi Zen war versteckt sich das kleine japanische Restaurant Haguruma (Zahnrad). Wurde viele Jahre lang von einer japanischen Dame betrieben, die immer fröhlich war, ein kleines rustikales Restaurant, immer einen Besuch wert für die warme Küche, wenngleich auch schwankende Qualität im Bereich Sushi. Ganz klar, diese Restaurants hängen auch davon ab, ob sie einem Sushi-Meister gehören oder ob der Inhaber es schafft, eine konstante Sushiqualität über mehrere Mitarbeiter sicherzustellen.
Heute (Stand August 2022) wird das Haguruma betrieben von dem knuffigen japanischen Koch Yuzo Hirata, der auch mal ganz kurz bei uns aushilfsweise tätig war, dann sich noch ein paar Inspirationen in der Mizu Sushi Bar im Hotel Bachmair geholt hat und jetzt selber das Haguruma betreibt.

✺ Ambiente ✺

Wie früher ist das Haguruma vom Ambiente sehr einfach, kein Fine Dining Restaurant, aber für ein Schwätzchen mit der besten Freundin oder ein kleines Essen in der Nachbarschaft. Die Wände sind derzeit sehr kahl, der Freiluftbereich ist ein bisschen improvisiert, aber man kann hier mittags in der Sonne sitzen und abends an einer nicht zu unruhigen Einbahnstraße.

✺ Sushi & Warme Küche ✺ 

Die Nigiri-Qualität fanden wir wirklich gut, vor allem für den Preis!
Es gibt auch ein paar kreative Rollen, die sind jedoch je nach Ausführung mit Vorsicht zu genießen. Bei der Sakekawa-Maki geht das Knusprige der gegrillten Lachshaut schonmal verloren, die Red Hot Chili Roll wirkt eher wie der Versuch, an vietnamesische Sushi-Verballhornungen anzuknüpfen und die Dragon Green Roll wirkt letztlich nur über die Sauce.
Auch wenn wir alle immer was Neues, was Besonderes probieren wollen: probieren Sie klassisches Sushi und Sashimi im Haguruma, das ist nicht schlecht und das will was heissen, wenn wir das sagen!
Die warme Küche ist — ganz Tradition vom Haguruma auch von früher – ein wenig salzig, ein wenig kräftig, aber uns schmeckt das sehr gut. Beispielsweise war die Tagesempfehlung “Shake Harasu” eine ordentliche Portion, modern arrangiert und durchaus lecker.

Japan-Experte Axel Schwab wusste uns gegenüber auch das Chirashizushi zu loben, liebevoll arrangiert und zu einem fairen Preis.

Ein kleines, gutes Chirashi-Sushi aus dem Haguruma in München

✺ Service ✺
Schwächen gibt es aktuell im Service, was auch daran liegt, dass dringend Verstärkung gesucht wird. Wenn Sie im Haguruma als Aushilfe oder in Festanstellung arbeiten wollen – schreiben Sie Hirata-san direkt auf WhatsApp – Nummer sehen Sie unten im Bild!

✺ Öffnungszeiten ✺
Mittags und Abends besuchbar.

Achtung – entgegen dem Eintrag bei Google ist das Haguruma derzeit bis 3. Oktober im Urlaub!

✺ FAZIT ✺
Von uns gibt es eine deutliche Empfehlung für Sashimi, Nigirizushi, Chirashizushi und warme Küche für das kleine Restaurant Haguruma unter neuer Leitung! Probieren, unterstützen & im Auge behalten!

Kontakt: Hagaruma | Baaderstraße 62, 80469 München | Tel. 089 13939926 | keine Webseite

Wer Lust auf Service hat oder jemanden kennt - bitte im Haguruma melden!

Restaurant Kaito - japanisches Leben in der Gabelsbergerstraße

✺ Hintergrund ✺

In den Räumlichkeiten mit viel schwerem Holz residierte früher das Restaurant „Shoya“, das „Honten“ (Hauptstelle) der Shoya-Gruppe. 

Seit einigen Jahren befindet sich dort das Restaurant Kaito – und wird seit etwa 2018 von einzelnen Food-Redakteuren als die Spitze des Sushi in München gehandelt. Wir konnten uns dieser Meinung bisher nie anschliessen, auch wenn wir das Kaito seit Shoya-Zeiten immer wieder besuchen und durchaus schätzen.

Sushi im Kaito in München 2018

Wesentlicher Punkt dabei ist die Atmosphäre im Restaurant. Das Kaito ist eines der wenigen Restaurants, in denen es passt wenn klassisch japanische Musik läuft, in dem japanisch Lernende vorsichtig versuchen können, ein paar Broken der japanischen Sprache mit den Servicekräften oder mit dem Koch direkt an der Theke auszutauschen.

Das stete Plätschern des Wassers an der Sushitheke tut sein Übriges zu der schönen Stimmung und man erhält – auch das inzwischen eine bedauernswerte Seltenheit – ein Oshibori, ein saisonal warmes oder kaltes kleines Tüchlein zur Reinigung der Hände und im schlimmsten Fall auch des Gesichts am Anfag.

Kleine Vorspeise aus eingelegtem Gemüse im Kaito in München 2018

Zum Jahreswechsel 2021/2022 wurde der Betrieb und auch die Position hinter der Sushi-Bar übrigens von dem jungen Koch Tsuyoshi Watahiki übernommen, der vor nicht allzu langer Zeit erst nach München kam und kurze Zeit in einem großen vietnamesischen Betrieb tätig war. Das Kaito steht also eigentlich seit Ende 2021 unter ganz anderer Führung.

✺ Sushi & Warme Küche ✺ 

Japanische Atmosphäre und ordentliches Sushi-Handwerk sind die Stärken des Kaito. Der Reis kann einen Tick mehr „Richtung“ vertragen, die Auswahl an Material für Sushi etwas mehr Tiefe. Aber immerhin ist das Kaito eines der ganze wenigen Restaurants, die überhaupt Sushi & Vorspeisen mit Natto anbieten. Die Nori sind schön knackig, der Toro von feiner Qualität. 

Das Sashimi zählt zu den besseren in München, ist aber trotz gelegentlicher Besonderheiten nicht ganz auf dem Level, wie wir uns das wünschen würden.

 

Schöne Sushiplatte im Kaito in München im August 2022

✺ Ambiente ✺ 

Was wundervoll am Kaito ist, ist die japanische Atmosphäre, die sich schon am Anfang bei den Wünschen zur Reservierung auf der Homepage ausdrückt. 

Das Kaito eignet sich also dafür, entweder in einem trubeligen Abend zu essen, wenn um einen herum japanisch gekleidete Servicekräfte wuseln oder an einem sehr ruhigen Abend der klassisch japanischen Musik zu lauschen und den Blick irgendwo in die Ferne schweifen zu lassen und sich für einen Moment wie in einer japanischen Kneipe irgendwo auf dem Land außerhalb von Tōkyō oder vielleicht einem kleinen Küstenstädtchen zu fühlen.

✺ Fazit ✺
Das Kaito ist ein Restaurant, das einen an Japan denken lässt und welches wir durchaus empfehlen können. 

Zusammen mit dem Kitcho ist es ein Kleinod für das Abtauchen in einen Moment der japanischen Stille. Sushi in solider Qualität und eine Vorspeisenauswahl, die zum Probieren einlädt! Besuchen und geniessen!

Kontakt: Kaito | Gabelsbergerstraße 85, 80333 München | Tel. 089 52059455 | https://de.kaito-restaurant.com

Restaurant Kitcho in der Wurzerstraße - oft übersehen und vielleicht unterschätzt

✺ Hintergrund ✺
Das Kitcho ist schon auch seit gefühlt mindestens 25 Jahren auf der Bildfläche, macht aber spannenderweise im Guten wie im Schlechten kaum von sich reden. Zumindest hatte weder die Speisekarte, noch das Essen bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

Für diesen Überblick haben wir das zum Anlaß genommen, noch mehrmals hinzugehen und unseren Eindruck zu aktualisieren. Kurz: es hat sich die letzten 25 Jahre dort kaum was geändert…

✺ Ambiente ✺
Das Ambiente im Kitcho lässt Japan spüren. Schöne Shoji mit Schnitzereien, sowie dunkle Holzverkleidungen und eine Prise Altertum, in Form eines in der Ecke hängenden Schreins und im Schaufenster eine Miniatur Yoroi (traditionelle japanische Rüstung). Am Sushitresen glauben wir sogar das japanische Holzhandwerk Kumiko zu erkennen. 

Auch leider sehr Japanisch: Viel Plastik und viel Zeug, was rumsteht. Wir vermuten, dass es an der Pandemie-Zeit liegt, allerdings gibt es auch so eine japanische Tendenz, einfach funktional alles mögliche in den Raum zu stellen, die sich hier zeigt. Alles, wirklich alles mit Plastik abzudecken und die Bar komplett gegenüber dem Gastraum wie in einem Labor abzuschotten gibt schon ein merkwürdiges Gefühl. 

Der auch bei moderaten Temperaturen im Laden stehenden Luft wirkt man mit eine Ventilator entgegen, der auf einem der Gästetische steht – als Japaner blendet man herumstehendes Chaos aus und konzentriert sich auf schöne Kleinigkeiten wie eine japanische Vase, die an der Wand hängt oder das immer wieder schöne, liebliche Geschirr. Für deutsche Gäste ist das manchmal ein irritierendes Ambiente und wirkt nicht repräsentativ.

Bento Set Menü mittags im Restaurant Kitcho in München im September 2022

✺ Sushi & Warme Küche ✺ 

Vom Essen her bietet das Kitcho bodenständige Hausmannskost dazu Sushi und Sashimi. Das Sashimi war auf sehr schönem Geschirr serviert und optisch gekonnt arrangiert. Leider blieb beim ersten von drei Besuchen ein gewisser sandiger Biss rund um die Hokkigai-Muscheln in deutlicher Erinnerung. 

Was uns nicht restlos begeistert hat, waren die Gunkan und die hauseigene Signature-Roll. Die Gunkan waren zwar ausgewogen gefüllt, dennoch war das Nori-Blatt so locker geformt, dass das Schiffchen drohte, beim Essen fast auseinanderzufallen. Dazu kommt, dass der Biss beim Noriblatt eher sehr zäh war, es fehlt die schöne knackige Textur beispielsweise vom Nori im Kaito. Insgesamt erscheinen uns die Uramaki deutlich zu dick, auch wenn das seit vielen Jahren der Stil des Hauses ist: eine Sushi-Rolle sollte in einem normal großen Mund immer angenehm zu kauen sein. Die hauseigene Signature-Roll bot indes nichts Besonderes, war nur eine weitere Uramaki. Eine deutliche eigene kreative Richtung ist nicht zu erkennen. 

Vergleicht man das Kitcho vom Sushi her allerdings mit manchen anderen japanischen Restaurants in München, so liegt es immer noch nicht allzuweit hinter dem Kaito.

✺ Fazit ✺ 

Das Kitcho ist ein kleines, etwas in die Jahre gekommenes Restaurant, in dem man Japan spüren kann – eine der letzten Gelegenheiten in München! Unter Japanern gilt es als günstig, nicht sonderlich exklusiv.

Die Stärke des Kitcho liegt auf Sashimi und der warmen Küche. 

Schön ist es, im Kitcho das schöne japanisches Geschirr zu bewundern und sich über scheinbare Kleinigkeiten zu freuen, wie den fein geschnittenen japanischen Tsuma-Rettich, der zur Beilage im Sashimi gereicht wird. An dieser Stelle kann im Kitcho echtes Japan Feeling aufkommen und dafür ist es fast ein kleiner Geheimtipp in München! 

Wenn man seine Erwartungen im Zaum hält und nicht gehobene Küche sucht, dann können wir das Kitcho auf jeden Fall empfehlen. 

Lieber gehen Sie hierhin und lassen sich auf ein paar Schrulligkeiten ein, als in einen der Pseudo-Sushi-Läden, wo nix Japanisches dahinter ist.

✺ Öffnungszeiten ✺ 

Mittags wie Abends besuchbar, Gästezahl aber reduziert wegen wenigen Küchenmitarbeitern

Kontakt: Kitcho | Wurzerstraße 14, 80539 München | Tel. 089 2283882 | Keine Webseite
✓ Reservierungsempfehlung! (Telefonisch!)

Schönes Geschirr im japanischen Restaurant Kitcho in München trägt viel zum Restauranterlebnis ein - wenn man sich auf solche Details einzulassen vermag...

Sushibar Restaurant & Sushibar Lieferservice geschlossen

✺ Hintergrund ✺
Die Sushi Bar von Kosta Baboulis in der Marschallstraße 2, eröffnet im Jahr 2001, galt lange Zeit als ein Benchmark bester japanischer Sushis in München. 

Viele erfahrene Sushi-Meister haben dort schon gearbeitet, der Fisch war immer sehr guter Qualität — und die Auswahl an verschiedenen Nigiri und Gunkan absolut ungeschlagen. 

Kosta kommt aus Griechenland und hat insofern die besten Beziehungen zu dortigen Fischern. Viele japanische Restaurants in München haben immer wieder gerne frischen Thunfisch bei ihm gekauft.

Früher hatte die Sushi Bar auch eine stylische, kleine Dependance in einem Innenhof an der Maximilianstraße und in einzelnen Hotels oder Cafés in München, sowie einen Lieferservice, der auch sehr gute Qualität liefert. Wir haben dort auch immer wieder gerne bestellt, vor allem Nigiri und Gunkan waren für einen Lieferservice sehr gut.

✺ Sushi & Warme Küche ✺
Uns persönlich haben die Rollengrößen und in den letzten Jahren der Reisgeschmack nicht mehr so gut gefallen, aber das ist Detailkritik und auf keinen Fall als grundlegender Qualitätsmangel zu verstehen.
Alles in allem ist die Sushi Bar in München ein Betrieb, der für hohe Qualität bekannt ist und deshalb auch Respekt verdient.

✺ Öffnungszeiten ✺ 

Im August 2022 lesen wir plötzlich, dass die Sushi Bar im Sommerurlaub sei — wie man den Text auf der Homepage interpretieren kann, mit etwas ungewissem Ausgang. Wenige Tage später scheint die Homepage zeitweise ganz abgeschaltet zu sein.
Wir hoffen, dass die Sushi Bar nicht dauerhaft schließen muss und wir Kosta & sein Team bald wieder sehen. Wenn wir Neues über die Sushi Bar München Schwabing erfahren, wird es hier stehen!

PS: Neuesten Gerüchten zufolge plant Kosta etwas ganz neues in Bogenhausen, wo er seine Seafood-Kompetenz ausspielen wird. Wir werden berichten!

Kontakt: Sushi Bar | Marschallstraße 2, 80802 München | Tel. 089 388996065 | Webseite

Restaurant Mitani - Sushi & japanische Küche nahe Rosenheimer Platz

✺ Hintergrund ✺

In der Rablstraße 45 befand sich einst in den 1990er Jahren das erste Restaurant Tokami in München, wo es damals schon relativ hochwertige japanische Küche und Sushi gab. Seit etwa 2004 hat der japanischer Karatekämpfer Yoko Mitani die Räumlichkeiten übernommen und betreibt dort das Restaurant Mitani. Mitani hatte früher im Sushi Duke am Platz 3 gearbeitet (wo inzwischen das Shoya Izakaya residiert).

✺ Sushi & Warme Küche ✺
Lange Jahre machte das Mitani von sich reden durch einen sensationell günstigen Lunch: 8 Euro für Nigiri-Zushi, (sehr leckeres!) Karaage oder andere Speisen mit Salat, Miso-Suppe, Dessert — ein sensationeller Deal. Abends gab es damals einen deutlichen Preis- und Qualitätsunterschied nach oben.

Opulente Sushiplatte im Restaurant Mitani in München 2016

Inzwischen ist das Mitani nur noch abends von Dienstag bis Samstag geöffnet und sehr gut besucht: „Haidhausen ist ein Viertel für Genießer“ erklärt das eine junge Münchner Japanexpertin.

Zuweilen ist der Service leider auch mal etwas kurz angebunden: auch das Mitani hat auch unter der Corona-Krise gelitten, einige Mitarbeiter aus dem Service sind nach Japan zurückgegangen, um sich sicherer zu fühlen.

Auf der Speisekarte geboten wird die typische Bandbreite japanischer Restaurants ausserhalb Japans von einfachen japanischen Vorspeisen, warmen Hauptgerichten (auch Shabu Shabu & Sukiyaki!), Sushi & Sashimi.

Sashimi Moriawase im Restaurant Mitani in München im September 2022

Was uns aber früher und auch jetzt immer wieder am meisten begeistert hat im Mitani, ist das Karaage – unserer Meinung nach bisher das beste in München (ja, besser als im AOI Ramen, von dem manche gerne sprechen). Karaage sind frittierte Hähnchenfilets, die durch würzige Kruste begeistern und typischerweise mit einer Zitrone, Sauce und Majonnaise zum Dippen gereicht werden. Ganz typisch für den Feierabend in Japan.

Nachdem wir uns 2022 mal wieder durch Sushi, Sashimi und diverse Vorspeisen probiert haben, empfehlen wir das Mitani also für einen typisch japanischen Feierabend: bestellen Sie sich ein leckeres Bier (das Mitani hat mal was anderes zu bieten als nur die „Fernsehbiere“), Karaage und vielleicht noch andere Vorspeisen zum Snacken. Oder gerne auch mehrere Portionen Karaage 😉 Das Sukiyaki probieren wir dann beim nächsten Mal…

✺ Öffnungszeiten ✺

Dienstag bis Samstag ab 18h geöffnet. Achtung, Küche nimmt die letzte Bestellung um 21h an! Wir empfehlen, telefonisch zu reservieren, da das Mitani in der engen Öffnungszeit mit den wenigen Plätzen und nur einem Koch für Sushi und einer Köchin für warme Küche schnell gefüllt ist. Ausserdem sind Ferien und geschlossene Tage manchmal auf Google nicht eingetragen, daher Vorsicht mit spontanen Besuchen.

✺ FAZIT ✺

Japanisches Allround-Restaurant mit lebendigem Flair, einer Auswahl von Sushi, Sashimi und leckeren warmen Gerichten. Für uns das bisher beste Karaage in München & dazu ein leckeres Bier, was man nicht überall trifft.

Kontakt: Restaurant Mitani | Rablstraße 45, 81669 München | Tel. 089 4489526 | keine eigene Website
✓ Reservierungsempfehlung! (Telefonisch!)

Unser Tipp im Restaurant Mitani: leckeres Karaage!

Restaurant Toshi - in Vorbereitung einer neuen Location

Das Restaurant Toshi in der Wurzererstraße hat leider aktuell (Stand August 2022) geschlossen.

Sobald es eine neue Location von Toshio Kobatakte gibt, schreiben wir darüber!

UPDATE: Aktuell sieht es so aus, als ob Toshio die Location von der Sushibar in der Marschallstraße übernimmt. Wir werden berichten!

 

Restaurant sansaro in der Amalienpassage

✺ Hintergrund ✺

Last but not least natürlich unser eigenes Restaurant, das SUSHIYA (Firmenname) sansaro (Restaurantname).
Die Firma SUSHIYA wurde 2005 von dem seit frühester Jugend japanbegeisterten Alexander Reinelt und ein paar mutigen Freunden gegründet, um japanische Küche zu eine fairen Preis in München anzubieten.

Dem Gründer Alexander Reinelt war aus seiner eigenen Erfahrung als häufiger Gast in einem Top-Sushi-Restaurant in München aus den 1990er Jahren wichtig, dass es einen Ort in München gibt, wo japanische Küche in hoher Qualität angeboten wird – aber man sich auch ohne goldene Kreditkarte und im Freizeitoutfitt, als Student, Rechtsanwalt, Schüler, Rentner oder Fabrikarbeiter wohl und willkommen fühlt. Sprich man ohne Ansehen von Status oder Geldbörse mit Respekt und Freude willkommen geheissen wird. 

2007 haben wir das Restaurant sansaro eröffnet, gezielt als Interpretation der japanischen Architektur gebaut. Inzwischen ist das sansaro von einem lange tief in der Amalienpassage versteckten Newcomer zu einem Geheimtipp in Sachen authentisch japanischer Qualität geworden. 

Der Aufwand, mit dem dort japanische Gastronomie betrieben wird, ist eigentlich absurd, hinter den Kulisse wird in einer Tiefe, mit einem Material und Anspruch gearbeitet, wie man es sonst nur in Sternerestaurants findet. 

✺ Ambiente ✺ 

Das Ambiente ist für ein japanisches Restaurant in München scheinbar sehr einfach, die Raumgestaltung nüchtern – auch für uns manchmal zu nüchtern. Aber es geht um das Wesentliche und das ist eine japanische Klarheit und eine formale Konzentration auf die eigentlich extrem formalistische japanische Esskultur. 

Im Innenraum gibt es eigentlich nur einen großen Raum, in dem Köche mit Gästen und Service zusammentreffen, der einfache, unprätentiöse Sitzgelegenheiten bietet. 

Der große Tisch gibt dem Raum mit der unruhigen Fassade der Amalienpassage Struktur und soll Begegnungsort unterschiedlicher Gästegruppen sein. 

Im Sommer gibt es im Aussenbereich zwei große Terrassen, die durch über Jahre hinweg gepflegte und aufgebaute japanische Ahorne und einen riesigen Bambus aus dem Garten des Chefs eingerahmt werden. 

Die Grünanlagen der Amalienpassage werden inzwischen wesentlich durch den Einfluss von SUSHIYA verschönert, wenn auch ein leider ungeeigneter Gärtner im Jahr 2020 die Optik ziemlich verschandelt hat.

✺ Sushi & Warme Küche ✺ 

Das sansaro arbeitet von je her mit möglichst viel Bio und entscheidet sich immer wieder und wieder für die bestmöglichen Zutaten. Möglichst nachhaltig zu arbeiten und möglichst viel Bio einzusetzen ist eine Überzeugungs- und Nachhaltigkeitsfrage für den Gründer seit Beginn der Firma, schon im SUSHIYA BENTO SHOP 2006 in der Innenstadt war das so. 

Inzwischen ist das Restaurant samt Lieferservice SlowFood-zertifiziert, Bio-Zertifiziert und als Japanese Food Supporter zertifiziert. Seit 2022 hat das sansaro sogar eine Erwähnung im Guide MICHELIN, was eine enorme Motivation darstellt, weiterhin den Weg bester Qualität bei Materialauswahl und Menüentscheidung einzuschlagen. 

Die Sushi-Auswahl sucht in München ihresgleichen, lediglich die Sushi-Bar in der Marschallstraße war hier viele Jahre lang besser. In den letzten Jahren waren wir mit dem Sushireis im sansaro nicht immer perfekt zufrieden, in Einzelfällen war er ein wenig körnig und trocken, aber das Material, die verwendeten Fische und die Schnitttechniken haben wir woanders nicht besser gefunden. Nachdem wir für diesen Guide erneut zahllose japanische Restaurants in München besucht haben, sind wir doch erstaunt und auch zuweilen erschüttert über die Unterschiede in der Qualität auf dem Teller.

Die warme Küche bietet immer wieder saisonale Menüs oder spannende Events rund um die japanische Küche, wobei beispielsweise bei den beliebten Tasting-Events wert darauf gelegt wird, immer wieder neue, individuelle Foodpairings zu entwickeln, die zu den vorgestellten Whisky, Sake oder Gin passen. 

Inzwischen sind diese Events wie auch die besonderen Menüs zu Silvester und am Valentinstag alles einmalige kulinarische Erlebnisse für sich, die man nicht verpassen sollte. 

Seit 2022 führt das sansaro einzelne, saisonale Kaiseki-Abende mit großem Erfolg durch. Auf der Homepage bemüht sich das Team von SUSHIYA, Bewusstsein für die japanische Küche und Kultur zu schaffen und viele grundlegende Frage nahezu wissenschaftlich zu bearbeiten.

✺ Fazit ✺ 

Das sansaro in der Amalienpassage gilt schon länger als „das entspannteste japanische Lokal der Spitzenklasse in München” (München Geht aus 2011). 

In einem relativ einfachen, aber durchaus entspannten Ambiente kann man in verschiedenen Sitzgelegenheiten aus einer sehr umfangreichen Sushi-Auswahl oder immer wieder neuen saisonalen Gerichten wählen. 

Die Verwendung von bestmöglichen Zutaten, über viele Jahre hinweg aufwändige Küchenarbeit und Schwerpunkt auf japanische Köche und Techniken machen das sansaro aus unserer Sicht zu dem über viele Jahre hinweg besten Sushi-Restaurant in München. 

Weitere japanische Restaurants & Sushi Restaurants in München

Weitere japanische Restaurants in München, die einer Erwähnung wert sind. Die Aufzählung ist noch nicht ganz vollständig, wird noch aktualisiert.

Shoya Izakaya am Platzl & Imbiss am Viktualienmarkt

✺ Hintergrund ✺

Aus der Sushi-Szene in München kaum wegzudenken ist die Shoya-Gruppe von dem erfolgreichen japanischen Geschäftsmann Kenji Oya, der auch hochwertiges Ozaki-Wagyu nach Deutschland importiert und unter anderem Sternekoch Nakamura beliefert.

Schon vor gut 30 Jahren gab es in München schöne Shoya-Restaurants, beispielsweise in der Gabelsbergerstraße (das heutige Kaito), das Shoya Cuisine am Roeckplatz und natürlich den Shoya Imbiss an der Ecke beim Platz gegenüber vom Hofbräuhaus. Sogar das Enshu, der Nachfolger vom Mifune, wurde früher von der Shoya-Gruppe in Bogenhausen betrieben.
Der Imbiss ist ein paar Häuser weitergezogen, eine weitere Dependance gibts seit einigen Jahren am Viktualienmarkt und in den Räumlichkeiten des früheren Sushi Duke am Platzl 3 residiert heute auf zwei Stockwerken das „Shoya Izakaya“, wo wir uns in den letzten Jahren immer mal wieder gerne auf einen kleinen Sushi-Snack eingefunden haben. 

✺ Sushi & Warme Küche ✺ 

Wenn man in der Nähe von einem Shoya ist und Lust auf einen japanischen Snack hat, sind die Shoya-Imbiss-Restaurants sicher eine gute Wahl — besser als die zahlreichen stylischen vietnamesischen Restaurants. Sehr gut bei den Shoya-Restaurants ist, dass man eben nicht nur Sushi probieren kann, sondern auch immer wieder andere Gerichte wie Ramen, Donburi etc. Dabei lässt sich das Shoya immer wieder was Neues einfallen und titelt „Shoya will, dass alle Münchner japanische Küche lieben“. Also lassen Sie sich drauf ein, was Ihnen das Shoya gerade anbietet. Es muss nicht immer Sushi sein 😉

✺ Fazit ✺ 

Die Shoya-Restaurants und -Imbisse sind etwas in die Jahre gekommen und durch die Corona-Krise gebeutelt worden. Shoya hat aber eine lange Tradition in München, bietet viel unterschiedlich japanische Küche an und wird japanisch geführt. Wer weiss, was wir von der Shoya-Gruppe noch erwarten dürfen! Auf einen schnellen Snack hinschauen ist immer eine gute Idee.

Kontakt l: SHOYA am Hofbräuhaus | Orlandostraße 3, 80331 München | Tel. 089 292772 | Webseite
Kontakt ll: SHOYA am Viktualienmarkt | Frauenstraße 18, 80469 München | Tel. 089 24208989
Kontakt lll: Izakaya SHOYA | Platzl 3, 80331 München | Tel. 089 5428315

Sushi Sano - günstig mit japanischen Wurzeln in der Brunnstraße

✺ Hintergrund ✺
Ehemals gab es ein kleines, verschlafenes japanisches Restaurant „Minami“ in der Josephspitalstraße 4, wo ein sympathischer Japaner namens Takaagi Sano hinter der Theke stand und kaum Gäste hatte.
Alexander Reinelt hat dort vollkommen ungeplant seinen Einstieg in die Gastronomie gefunden, indem er Herrn Sano helfen wollte und dann 1999 aus dem „Minami“ das „SUSHI SANO“ gemacht hat: ein neuer Name, neues, professionelles Layout für alle Drucksachen, Auffrischungen des Innenraums und eine Werbung, die tatsächlich Kunden angezogen hat.

Ein paar Jahre später hatte er mit Takaagi Sano die SUSHI SANO GmbH gegründet, um mehrere Lokale & Shops in München aufzubauen. 

Sushi Sano Gallery Müllerstr. 33 in München kurz nach der Eröffnung

Die dann mit viel Mühe und Liebe aufgebaute SUSHI SANO GALLERY in der Müllerstraße 33 wurde am Ende durch unglückliche Umstände und japanische Schachspiele zu einem heute bedeutungslosen „Sushi Sakura“, das Raumkonzept mit der tollen roten Welle von Architekt Sebastian Rauscher (heute Cosmic Spirits) nicht verstanden, irgendwann entfernt und heute anders genutzt.

Stylishes, klares Ambiente und im Hochparterre der SUSHI SANO GALLERY sollten wechselnde Ausstellungen stattfinden. Im Bild auf dem Bild der charismatische Herr Sano beim Japanfest in München 2005

Geblieben ist von der damaligen Zusammenarbeit auch noch das „Nudelhaus Sano“ in der Zweibrückenstrasse 19, wo ganz früher das japanische Restaurant „Sharaku“ drin war. 

Inzwischen ist das Sushi Sano-Honten von der Josephspitalstrasse in die Brunnstrasse 6 umgezogen und wird von den halbjapanischen Kindern des Herrn Sano betrieben, der leider verstorben ist.

✺ Fazit ✺
Im Sushi Sano erhält man Sushi zu einem sehr günstigen Preis mitten in der Stadt in einem frischen, klaren Ambiente.

Sushi & Soul - Eldorado für japanischen Whisky im Glockenbachviertel

Das Sushi & Soul ist ein großes, modern eingerichtetes Restaurant in der Klenzestraße im Glockenbachviertel. 

Erwähnenswert ist die exzellente, absolut unschlagbare Auswahl an japanischen Whisky. Man sagt, es sei eines der größten Angebote von japanischem Whisky auf der ganzen Welt. Wir können bestätigen, dass Sie eine solche Auswahl in Deutschland, Amerika und Japan auch nicht ansatzweise finden werden (allerdings finden Sie auch in den teuersten Hotels in der Welt nicht ansatzweise die Auswahl, die wir im Restaurant sansaro haben). 

Das Sushi & Soul ist diesbezüglich aber absolut ungeschlagen und der Inhaber Chris Herbst eine Koryphäe was Whisky angeht. Nachdem japanischer Whisky in den letzten 10 Jahren eine beispiellose Wertentwicklung hinter sich hat, ist das für jeden Whisky- oder Spirituosenliebhaber eine wirklich beeindruckende, wertvolle Fundgrube. Die Küche hat uns bei unseren diversen Besuchen zwischen 2005 und 2019 jedoch persönlich nicht extrem begeistert.

✺ Fazit ✺ 

Sushi & Soul mitten im Glockenbachviertel ist ein Anlaufpunkt für junge Leute und exzellenten japanischen Whisky.

Tokami in der Theresienstraße 56: vergangenen Glanz verspielt

In den 1990er Jahren waren die verschiedenen Tokami-Restaurants einmal Garant für die ersten richtig guten Sushi-Restaurants in München. 

Das Ur-Tokami in der Rablstraße wurde später verkauft und zum Mitani, aus dem Tokami & L-Bar in der Wurzererstraße wurde das Toshi und das Tokami Sushi & Seafood in der Kanalstraße wurde durch einen Management-Buyout das heutige JIN, ein sehr empfehlenswertes chinesisches Restaurant. 

Unter ursprünglichem Management überlebt hat nur das Tokami in der Theresienstraße 56, welches wir inzwischen nicht mehr guten Gewissens empfehlen können. 

Wir haben viele Jahre lang sogar sehr freundschaftliche Beziehungen zum Tokami gepflegt und es bis 2018 immer wieder unseren Gästen empfohlen, beispielsweise wenn wir ausgebucht waren oder Ruhetag hatten. Leider können wir eine solche Empfehlung heute nicht mehr aussprechen.

Neben dem eigentlichen japanischen Restaurant Tokami gab es über viele Jahre hinweg noch einen Imbiss in der benachbarten Theresienstraße 54, der aus der Küche des Tokami heraus sehr billiges asiatisches Essen angeboten hat und der im September 2022 plötzlich geschlossen wurde.

✺ Fazit ✺ 

Tokami-Restaurants standen in den 1990er und frühen 2000er Jahren für Sushi bester Qualität in München

Mit unserem heutigen Wissen kann man bei dem einzig verbliebenen Restaurant Tokami in der Theresienstraße aus vielerlei Gründen von einem Besuch nur abraten. Vielleicht ändert sich das ja mal wieder.

Mangostin - pan-asiatische Legende im Münchner Süden

Heutzutage ist das Wort „pan-asiatische Küche“ für den Liebhaber der japanischen Küche ein Schimpfwort und ein Warnsignal.

Auf das feudale Restaurant Mangostin in Thalkirchen kann man das so aber nicht anwenden: dieses Restaurant hat schon Sushi serviert, als München noch vor der Invasion der Fließband-Restaurants stand, also als Sushi noch eine exotische Seltenheit war.

In den frühen 1990er Jahren konnte man bereits in einem eigenen, damals japanisch ausgestatteten Zimmer wundervolle Buffets mit feinen Nigiri für 55 Mark genießen. Der damals aufregende Biergarten war ein beliebter und belebter Anlaufpunkt.

Man darf dem Wirt und dem Restaurant eine große Liebe zu gutem asiatischen Essen und frischem Seafood zurechnen, aber aus Sicht der japanischen Küche ist es in den letzten Jahren etwas ruhiger um das Mangostin geworden.

Heute hat das Mangostin seine Zeit im Bereich der klassischen japanischen Sushi leider gesehen. Zwar mag die Fischqualität für München deutlich obere Mittelklasse sein und der Reis auch eine gewisse Würzung haben. Zu gutem Sashimi gehört jedoch eine liebevolle Anrichte, verschiedene Schnitttechniken je nach Fischsorte und eine ausgewogene Wahl der Zutaten. Bei Nigirizushi darf vor allem der Reis unter dem Fisch nicht ein riesiger Ballen sein, der dann das Kauen in einem durchschnittlich großen Mund schwierig macht. Vielleicht sind die kreativen Rollen für diesen Küchenstil besser geeignet – wir testen das bei Gelegenheit nach und trauen dem Mangostin hier auch deutlich mehr zu, als vielen anderen Neuerscheinungen in München.

Dennoch ein Betrieb, der mehr für die japanische Küche getan hat, als die unzähligen, kulinarisch identisch-belanglosen „New Style“-Sushi-Restaurants mit dicken Saucen und geschmacklosem Reis.

Mit seiner bewussten, teilweise sogar räumlichen Unterteilung von Sushi & anderem asiatischen Essen ist das Mangostin das einzige Restaurant in München, wo “pan-asiatisch” gekonnt gemacht und kompetent gelebt wird.

✺ Fazit ✺
Das Mangostin bietet einen Streifzug durch die panasiatische Küche aus Sicht eines Deutschen, der viel über gutes Essen erzählen kann.

Gelegentlich ein Sashimi oder vielleicht Sushirollen im Mangostin ist im Zweifelsfall kein Fehler, man sollte aber das Mangostin nicht als ein Sushirestaurant sehen oder gutes Nigirisushi erwarten.

Münchner „Ambiente“-Restaurants mit Sushi

Ein tolles Ambiente und meistens einen perfekten, sehr auf Verkauf getrimmten Service finden Sie in den Locations, die wir hier mal als „Style-Restaurants“ umschreiben könnten.

Alle die unten genannten Restaurants sind auch mal für einen tollen, repräsentativen Abend geeignet, bei dem man es sich gut gehen lassen will, bei allen kann man durchaus auch sehr lecker essen — nur man sollte auf keinen Fall denken, dass man dort japanischen Geschmack oder gar das beste Sushi oder Sashimi bekäme. Das wäre – abseits jeder Frage nach individuellem Geschmack – sachlich falsch. 

Hier gilt also: der Fokus liegt auf eine tollen Ambiente, einem glatten, zuvorkommenden Service, dem Eindruck von Exklusivität – aber nicht unbedingt japanisch kulinarischer Authentizität.

Die Betreiber wissen das teilweise auch bzw. haben die Restaurants gar nicht mit dem Anspruch konzipiert. Das muss daher auch nichts Schlechtes sein, man sollte sich nur dessen bewusst sein, wenn man nach gutem Sushi & Sashimi sucht.

Restaurant Koi am Wittelsbacher Platz

Wunderschöne Räumlichkeiten am Wittelsbacher Platz, ein Robata-Grill der leckere Röstaromen produziert und teilweise gute Zutaten. 

Das Sushi ist in der Qualität allerdings durchaus sehr schwankend, auch wenn zeitweise hervorragende japanische Köche dort tätig sind/waren. Unserer Einschätzung nach verwendet das Koi teilweise sehr gutes Material, muss sich aber eben auch so strukturieren, dass viele Gäste mit großen Erwartungen in einer bestimmten Zeit abgefertigt werden können.

Restaurant Izakaya im Hotel Roomers Landsberger Straße

Teil einer Gastrokette mit mehreren Filialen und Hotels, südamerikanischen Aromen und einer tollen Bar, so wie generell modernen Ambiente. 

Für uns fehlt hier allerdings der japanische Geschmack, somit ist das Ambiente in dem Sinne nutzlos aus der Perspektive der japanischen Küche. Teilweise steht ähnlicher Sake wie im Restaurant sansaro auf der Karte, aber dann zu doppelt bis dreifachen (!) Preisen, wenn wir richtig gelesen haben.

Restaurant Nobu Matsuhisa München

Im Mandarin Oriental in der Innenstadt. Teil einer weltweiten Nobel-Systemgastronomiekette, schönes, japanisch anmutendes Ambiente, sehr repräsentativ und zuweilen auch nicht schlecht, aber manchmal eben auch wider jeden japanischen Geschmacks. 

Das Sushi ist in erster Linie sehr teuer und hat uns (und diverse Stammkunden) bei mehreren Besuchen nicht so richtig überzeugt. Die sonstigen Speisen folgen einem starken Nikkei-Trend und befinden sich damit eigentlich gar nicht im Bereich japanischer Küche. 

Wir können das Matsuhisa München für einen Abend in wundervollem Ambiente, mit perfektem Hotel-Service und teuren, sicher auch leckeren Fusion-Gerichten empfehlen.

Do&Co Restaurant

Am Marienplatz im ersten Stock vom FC Bayern Fanshop – modern, stylish und zuweilen mit DJ und ab späterer Zeit sehr lauter Musik zum Essen. 

Die Küchencrew der einsehbaren Front-Cooking-Bar wird angeleitet von der erfahrenen japanischen Köchin Haru Kato, die wir u.a. aus dem Tenno in der Buttermelcherstraße kennen.

Die Küche ist strukturiert und organisiert, es steht ein partyhaftes Restauranterlebnis für High-Spender im Vordergrund. Wer zu seinen Drinks schön arrangierte Häppchen mit Einflüssen aus der japanischen Küche sucht, der ist im Do & Co richtig – japanischer Geschmack findet sich aber nur an ganz wenigen Stellen auf der Karte. Es gibt nur eine begrenzte Auswahl an Sushi & Sashimi, die sind soweit aber auch nicht schlecht.

Unterhaltung & Effekte aber kein Sushi!

In diesen Restaurants bekommen Sie einen trendigen Asia-Style mit Asia-Kitsch obendrauf, eine moderne vietnamesische Küche, gute Stimmung und schöne Einrichtung. Aber Sushi dürfte man das, was dort verkauft wird, unserer Meinung nach eigentlich gar nicht nennen!

Wir müssen hier sehr klar und deutlich sein, denn für den Preis ist die gebotene Leistung aus unserer Sicht keineswegs gerechtfertigt und von japanischer Küche haben die Köche vermutlich gar keine Ahnung.

Vergleichen Sie spaßeshalber mal die Speisekarten – das “innovative Sushi” dieser Restaurants gleicht sich extrem. Echte, stimmige Sushi-Innovationen, die auf der Basis vom richtigen Reis & dessen feiner Würzung basieren, finden Sie hier nicht. Es fehlt komplett die Basis, die Nigiri sind für für uns vom Fisch, dem Reis, der Würzung kaum essbar.

An Nigiri und einfachen Hosomaki erkennt man sofort die gustatorische und handwerkliche Qualifikation, auf denen die Gebilde aus Lachs, Mayo, (nicht japanischem) Wagyu, Trüffelöl, Frittierfett etc. gebaut wurden. Dieses Sushi ist eigentlich kein Sushi, sondern eine Augenwischerei in hübschem Ambiente.

U.a. folgende Restaurants in München fallen nach unserer persönlichen Erfahrung in diese Kategorie:

  • Geisha
  • Uikyo
  • Geisha The Five
  • Aivi
 

…und sicher viele andere Neueröffnungen, deren Sushi-Kreationen auf frittiertem Sushi, viel Mayonnaise und dicken Saucen basieren. 

Trockeneis, Goldpagoden und Totenköpfe - hat alles nichts mit japanischer Esskultur zu tun und lenkt vor allem davon ab, dass das Sushi absolut eigentlich nur eine Reismasse mit rangeklatschtem Etwas ist

Sushi-Lieferservices in München

In den letzten Jahren und vor allem während des Lockdowns haben sich ein paar Lieferservices in München neu etabliert.

Diese Services texten teilweise, sie hätten originales oder kreatives Sushi, feinste Qualität, Sushi Meister, die in Tokyo gelernt hätten, von besten Zutaten, meisterlichem Handwerk und japanischer Kochkunst ist die Rede — forget it! 

Wir haben natürlich die Lieferservices und modernen Locations alle probiert, aber das, was dort serviert wird, dürfte unserer Meinung nach nicht mal Sushi heißen!

Die einzigen Lieferservices, die wir derzeit empfehlen können, sind unser eigener Lieferservice und der Lieferservice der Sushi Bar Schwabing (leider in der Sommerpause, Ausgang momentan noch ungewiss).

Auch von dem bundesweit tätigen Lieferservice von Henssler Go halten wir übrigens gar nichts. Tolle Aufmachung – aber mit Sushi, Sashimi oder japanischer Küche hat HensslerGo unserer Meinung nach geschmacklich nichts zu tun. Wer hier echte japanische Küche sucht, ist falsch. (Auch wenn Inszenierung und Vermarktung natürlich exzellent sind…).

Sieht toll und individuell aus - hat aber in Konsistenz, Geschmack und vor allem Qualität der Zutaten nichts mit Sushi zu tun.

Welches japanische Restaurant finden Sie gut?

Gibt es ein japanisches Restaurant oder ein Sushi-Restaurant in München, zu dem Sie unsere Einschätzung wollen? Haben Sie einen neuen Geheimtipp gefunden? Wir freuen uns immer über die japanische Küche und unterstützen gerne alteingesessene Profis oder neue Geheimtipps, die sich an japanischem Geschmack und japanischen Qualitätsprinzipien orientieren. Wenn Sie einen Tipp haben, schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

Und natürlich ergänzen und erweitern wir diesen Artikel regelmässig.

Appendix - japanische Restaurants in München die wir besucht haben

Eine kleine Orientierung, welche Restaurants wir in München besucht haben, die japanische Küche oder Sushi anbieten. 

Teilweise haben wir diese Restaurants mehrfach besucht, um uns über Jahre hinweg einen Eindruck zu machen, aber inzwischen reicht auch ein erster Blick auf Sushi aus der Ferne oder auf die Speisekarte um zu wissen, wie es schmeckt. Form und Inhalt haben eben miteinander zu tun. 

Weiterhin zusätzlich zahllose kleine Sushi-Imbisse und Fließband-Restaurants in München, die es heute lange nicht mehr gibt…

Wenn ein Restaurant in dieser Liste steht, aber keine gesondertegesondere Erwähnung hier oder bei den geschlossenen Restaurants findet, dann können Sie vermuten sein, dass es für uns in die “kein japanisches Sushi / kein japanischer Geschmack / keine besondere Qualität”-Sektion fällt.

Oder, das muss man der Vollständigkeit halber sagen, dass es dort nicht im Wesentlichen um Sushi geht (zb Takedon und Nomnom Suzuki), vielleicht trotzdem gut ist, aber eben in diesem Guide nicht vorkommt. Holen wir nach.

  • Aivi Eatery
  • Asakusa
  • Anoki / Azuki
  • AOI Ramen
  • Asaka
  • Bento Box
  • Bento-Ya
  • Chang Grünwald
  • Ciao Chang
  • Daitokai Imbiss München (Oberpollinger Sporthaus)
  • Daitokai München (Kurfürstenstraße)
  • Do & Co Restaurant
  • Emiko
  • Enshu
  • Fuji Renatastr.
  • Fuji Stiglmayerplatz
  • Fuji-ya Berg am Laim
  • Fujikaiten Münchner Freiheit
  • Geisha Hohenzollernstraße
  • Geisha The Five
  • Haguruma
  • HensslerGO Lieferservice
  • Izakaya Roomers
  • J-Bar (immer einen Besuch wert!)
  • Japa Tapa by Toshi
  • Japan Gourmet
  • JaVi
  • Jin (das ganz frühere “Tokami Sushi & Seafood”, später “Jin´s Heaven Takumi”, inzwischen ist Jin ein erstklassiges chinesisches Restaurant und bietet unseres Wissens kein Sushi mehr an)
  • Jupiter Restaurant & Bar
  • KAISEKI im Restaurant Thang Long (eine früheres JointVenture mit Toshi)
  • Kamato
  • Kansha
  • Kim Sang PanAsia
  • Kim´s Sushi
  • Kinchia
  • Kitcho
  • Koi
  • Kokoro by Olysan
  • Kokumi
  • Kushi-Tei of Tokyo
  • Kushiage
  • Little Daruma
  • Lucky Sushi
  • Mangostin
  • Maria Passagne
  • Matoi
  • Matsuhisa Nobu
  • Maxim Sushi
  • Mitani
  • Miyabi Grünwald
  • Mun Restaurant
  • Nippon Noodles
  • Nomiya
  • Ohayou
  • Prinz Myshkin (aufgrund damaliger japanisch inspirierter Gerichte auf der Karte)
  • Sasou
  • Shinjuku
  • Shizoo
  • Shoya (Viktualienmarkt, Izakaya am Platzl, Imbiss am Platz, PEP, Shoya Cuisine am Roeckplatz)
  • Sushi & Soul
  • Sushi and Meat (SAM, mehrere Locations getestet)
  • Sushi Bar (Marschallstraße, Maximilianstraße, Lieferservice)
  • Sushi Cent
  • Sushi Circle
  • Sushi Duke (heutiges Shoya Izakaya)
  • Sushi Express
  • Sushi Jin
  • Sushi Kyoto
  • Sushi Magie
  • Sushi Plus (mehrere Filialen)
  • Sushi Sakura (diverse gleichnamige…)
  • Sushi Sano
  • Sushi Se
  • Sushi Tokyo
  • Sushi-Take
  • Sushiya Bento Lindwurmstraße
  • Suzuki Nomnom
  • Takedon
  • Takumi
  • Tenmaya
  • Tenno (ehemalig Buttermelcherstraße, hatten nichts mit den heutigenTeno und Tenno-Liefershops zu tun, die offenbar aus früheren Filialen des Billig-Lieferdienst Shizoo hervorgegangen sind)
  • The Sushi Shop (Leopoldstraße und Hohenzollernstraße)
  • Tokami (Rablstraße)
  • Tokami Sushi & Seafood (Kanalstraße)
  • Tokami Theresienstraße
  • Toshi
  • Tsukiji
  • Ukiyo
  • Umeshu
  • Usagi
  • Ushi
  • Usio
  • Wabi Sabi Shibui
  • Waca
  • Wayo
  • Yuki Hana
  • Yuzumuk
  • Zen im Westin Grand Hotel
  • Zento
japanisches Getränk
Getränkeempfehlungen Silvester 2016

Zur Einstimmung auf die exklusiven Menüs möchten wir Ihnen gerne ein paar Getränkeempfehlungen geben – gönnen Sie sich mal was Besonderes!

Sake-Tasting-Flight ab April 2022

Mit der wachsenden Beliebtheit von Sake auf der ganzen Welt genießen immer mehr Leute Sake auch in unserem Restaurant sansaro.